Lindenfels

Kalte Jahreszeit Für Nachtarbeiter wird der Winter zur Belastung, wie das Beispiel eines Zeitungszustellers zeigt

Schmerzhafter Sturz im Schnee

Archivartikel

Winterkasten.Für Menschen, die beruflich nachts oder in aller Frühe auf den Straßen unterwegs sind, hat der Schnee der vergangenen Tage einiges an Unannehmlichkeiten mit sich gebracht. „Die letzten Tage waren für mich eine regelrechte Qual“, schildert etwa ein Zeitungszusteller, der jeden morgen unter anderem in Winterkasten unterwegs ist, die derzeitigen Verhältnisse. Jüngst sei er gar in der Bismarkturmstraße gestürzt und habe sich das linke Handgelenk gezerrt, berichtete er.

Vom Winterdienst fühlt sich der Mann, der unter anderem auch diese Zeitung jeden Morgen rechtzeitig zu den Lesern bringen will, nur bedingt unterstützt. Selbst auf der Hauptstraße werde manchmal überhaupt nicht geräumt. Oft schöben die Mitarbeiter des Winterdienstes den Schnee auch nur an den Fahrbahnrand, so dass er kaum noch zu den Briefkästen kommt. Wegen des Schnees habe er jüngst sämtliche ansteigenden Straßen in Winterkasten zu Fuß abgehen müssen.

Granulat besser als Streusalz?

„Wenn kein Schnee fällt, ist der Winterdienst pünktlich nachts da und streut Mengen von Salz. Wenn es Schnee gibt, bleibt er aus“, fährt er fort. Überhaupt hält er den Einsatz von Granulat für zielführender, als den von Salz. „Das Salz wirkt bei geräumter Straße wie Schmierseife“, sagt er.

In einem Brief an den Lindenfelser Bürgermeister Michael Helbig hat der Zusteller seine Probleme geschildert. Er erhalte häufig, auch aus der Bevölkerung, derartige Hinweise, sagt der Rathauschef. In Winterkasten sei für die Räumung in den Nebenstraßen ein externes Unternehmen verantwortlich, auf den Hauptstraßen das Verkehrsmanagement Hessen Mobil.

Der städtische Bauhof sei für die Straßen in der Kernstadt zuständig – und habe dabei dieser Tage alle Hände voll zu tun. „Zur Dialyse-Klinik am Schlierbacher Weg mussten wir vor kurzem drei Mal an einem Tag fahren“, berichtet Helbig. Bei alldem müsse dringend darauf geachtet werden, dass die Mitarbeiter der Winterdienste nicht länger mit den Räumfahrzeugen zugange sind, als es ihnen die vorgeschriebenen Lenkzeiten erlauben. Ansonsten könne es rechtliche Konsequenzen geben.

Laternen sind nachts aus

Ein weiterer Umstand, den der Zeitungszusteller bemängelt, ist, dass nachts die Straßenlaternen aus sind. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, dass diese Regelung nicht an die Wetterverhältnisse angepasst wird. „Im Sommer, zu den Kerweterminen, wird doch auch immer die Straßenbeleuchtung angelassen“, gibt er zu bedenken. Mit dem Austragen der Zeitungen zu warten, bis es wieder heller wird, sei für ihn keine Option, stellt er klar.

Er komme in der Regel kurz vor 3 Uhr in Winterkasten an. „Viele Leute, gerade die, die auswärts arbeiten, wollen ihre Zeitung vor 6 Uhr haben“, führt er vor Augen. Davon abgesehen, hält er es auch angesichts der Einbruchsgefahr für riskant, die Straßenbeleuchtung nachts abzuschalten.

Daran, dass die Straßenlaternen normalerweise ausgeschaltet sind, könne er zunächst einmal nichts ändern, erklärte Bürgermeister Helbig. Die jetzige Regelung sei mit den Ortsbeiräten so abgesprochen. Ob sich Granulat besser eigne als Salz, könne er nicht sagen, räumte Helbig ein. Er wolle sich in dieser Sache schlaumachen und dann auch auf den Brief des Zeitungszustellers antworten.

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