Lindenfels

Natur Am Rande Kolmbachs wurde ein Ameisenbläuling gesichtet

Seltener Schmetterling im Gewerbegebiet „Im Gehren“

Archivartikel

Kolmbach.Der Ameisenbläuling ist ein Schmetterling, der selten geworden ist und eine hohe Schutzwürdigkeit nach europäischem Recht genießt. Seine Seltenheit ist in seiner schon speziellen Lebensweise begründet, denn er braucht zum Überleben die Pflanze Wiesenknopf, welche im August ihre Blüten öffnet und eine Knotenameise, die für die Überwinterung des Nachwuchses sorgt.

Schutz für Wirtspflanzen

Die Staude Wiesenknopf kommt im Ortseingang von Kolmbach an der Einfahrt zur Grundstraße und dem Gewerbegebiet „Im Gehren“ vor. Dort, wo heute die Bürgerinitiative, welche sich gegen den Bau der Bauschutt-Recyclinganlage einsetzt, ein Banner angebracht hat, blüht der Wiesenknopf schon seit vielen Jahren im August und zeigt seine dunkelroten knopfförmigen Blütenstände. Sein Vorkommen weckt bei Insektenfreunden immer großes Interesse und auch Dirk Bernd vom Verein Muna (Mensch, Umwelt, Natur- und Artenschutz) beobachtet diese Stelle schon seit über zehn Jahren.

Nun ist ihm eine Aufnahme von der Eiablage des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings gelungen. Nach der Eiablage entwickeln sich die Raupen in dem Blütenkopf, den sie fressen, und sie lassen sich ab einen bestimmten Entwicklungszeitraum zu Boden fallen. In den Nestern der Knotenameise können die Raupen überwintern, ein süßes Sekret, dass sie absondern ist quasi die Miete für die Ameisen.

Um den Dunklen Wiesnknopf-Ameisenbläuling zu schützen, wurde er in die Liste der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie eingetragen. Das bedeutet auch einen besonderen und hohen Schutzstatus für die Wirtspflanzen und Tiere. Deshalb sollen die Flächen, in denen die Staude Wiesenknopf vorkommt, nicht vor Mitte September gemäht werden. Wie der Vorsitzende des Vereins Dirk Bernd nun feststellte, wurde die Fläche Anfang August abgemäht, was Auswirkungen auf die Population des nächsten Jahres haben wird. In einem Schreiben wurde die Stadt darüber informiert.

Bei weiteren Nachforschungen konnten im Gebiet die Zauneidechse und der Neuntöter festgestellt werden. „Geschützte Arten sind planungsrelevant, wenn ein Gebiet baurechtliche Veränderungen erfahren soll“, so die Meinung des Vereins Muna“. Daher sei es erforderlich den Bebauungsplan zu überarbeiten. jhs

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