Lindenfels

Justiz Bewerber für ehrenamtliche Richterämter können sich bis zum 19. April bewerben

Stadt Lindenfels sucht Schöffen

Lindenfels.Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Schöffen für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. Gesucht werden in Lindenfels mindestens eine Frau und ein Mann, die am Schöffengericht Bensheim und Landgericht Darmstadt als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Strafsachen teilnehmen.

Bewerbungen für das Schöffenamt in Erwachsenenstrafsachen sollten bis Donnerstag, 19. April, an die Stadt Lindenfels, Hauptamt, Burgstraße 39, 64678 Lindenfels geschickt werden. Formulare und Informationen zum Ehrenamt sind unter schoeffenwahl.de zu finden.

Die Stadtverordnetenversammlung habe doppelt so viele Kandidaten vorzuschlagen, wie Schöffen benötigt werden, teilt die Stadt Lindenfels mit. Aus den Vorschlägen wähle der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht in der zweiten Jahreshälfte die Haupt- und Hilfsschöffen.

Gesucht werden Bewerber, die in Lindenfels wohnen und am 1. Januar 2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (etwa Richter, Rechtsanwälte, Polizeibeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Schöffen sollten das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können, heißt es von der Stadt weiter. Von ihnen würden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssten Beweise würdigen und die Wahrscheinlichkeit, ob sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat oder nicht, aus den Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, könne aus beruflicher Erfahrung oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei stehe nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde.

Das Amt eines Schöffen verlange Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse seien nicht erforderlich.

Schöffen müssten ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssten bereit sein, Zeit zu investieren, um sich weiterzubilden.

Objektivität und Unvoreingenommenheit müssten auch in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat unsympathisch sei oder die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen habe.

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, solle das Schöffenamt nicht anstreben, schreibt die Stadt Lindenfels.

In der Beratung mit den Berufsrichtern sollten Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können, aber auch offen für Argumente sein. Ihnen stehe in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie müssten sich ausdrücken, auf alle Prozessbeteiligten eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. red

Info: Weitere Informationen gibt es unter 06255/30680.

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