Lindenfels

Reisen Mit ihrem Wohnmobil haben die Lindenfelser Ursula und Reinhard Arnold eine Tour von 28 000 Kilometern zurückgelegt / Darüber berichteten sie beim SPD-Ortsverein

Über unbefestigte Wege bis in die Mongolei

Archivartikel

Lindenfels.Wenn man eine Umfrage nach den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen machen würde, dann wären sicher die Reiseziele des Ehepaares Ursula und Reinhard Arnold nicht unter den Top 20 zu finden. Mit dem Wohnmobil nach Italien, Spanien, Frankreich oder Norwegen und Schweden, warum nicht? Doch wenn die Arnolds ihre Koffer packen, dann visieren sie gänzlich andere Ziele an.

Mit ihrem umgebauten geländegängigen Allradfahrzeug, das sich schon optisch von den üblichen Wohnmobilen unterscheidet, waren sie schon eineinhalb Jahre in Afrika unterwegs. In Lindenfels kennt man das rote Fahrzeug und auch die Hobbys des Ehepaares. Kürzlich erst wurde Ursula Arnold wieder für ihre Erfolge mit der Windhündin der Rasse Azawakh geehrt und Reinhard Arnold ist begeisterter Imker.

Am vergangenen Sonntag berichteten sie auf Einladung der Lindenfelser SPD über ihre Reise durch Osteuropa bis in den Ural und die Mongolei. Mit dabei auf der Reise auch ihre drei Hunde. Von den tausenden Bildern hatten sie für ihren Reisebericht die interessantesten ausgesucht. „Auf viele Bildern, die aussortiert wurden, wäre Honig oder Hunde zu sehen gewesen“, erzählt Ursula Arnold lächelnd.

Dass die Reise zunächst nach Dänemark ging, war denn Umstand geschuldet, dass man mit den Hunden an der Europameisterschaft der Windhunde teilnahm. Von da ging es weiter in Richtung Mongolei, über Polen, Litauen, Lettland und Moskau. Nur einmal besuchten sie einen Zeltplatz und das nur, um Wäsche zu waschen. Überraschend war, dass man in Russland sein Fahrzeug fast überall zum Campen parken darf und an Seen Angeln erlaubt ist. „Jeder nimmt seinen Müll wieder weg und wer kein Feuer macht, bekommt sofort Holz gebracht“, berichteten die Arnolds.

Zwei Ersatzreifen im Gepäck

Nur ein Teil der 28 000 Kilometer langen Reise ging über befestigte Straßen. „Wir hatten zwei Ersatzreifen dabei, weil wir unterwegs unsere Spezialreifen nicht bekommen hätten“, sagte Reinhard Arnold. Verblüfft waren die Zuhörer über die Tatsache, wie unkompliziert das Reisen in Russland ist. Keine Polizeikontrollen und auch keine Angst vor Überfällen. Und natürlich ist das Leben unterwegs für westliche Reisende sehr günstig.

„Wir haben oft auf Rastplätzen für Lastkraftwagen übernachtet, weil wir dort duschen konnten“, erzählen die Arnolds und zeigen ein Bild ihres roten Fahrzeuges zwischen zwei riesigen Trucks. Ihre Bilder aus Kasan, der Hauptstadt der halbautonomen Republik Tartasan zeigen das friedliche Zusammenleben der Religionen und Kulturen. Nach einem Foto einer Kopftuch tragenden Frau folgt ein Bild das Mädchen in kurzen Shorts und westlicher Kleidung zeigt.

Weiter ging es nach Jekaterinburg und man freute sich auf den Ural. „Wir hatten uns viel höher vorgestellt und nicht wie den Odenwald“, erzählte Ursula Arnold und zeigte Bilder der weiten Landschaften. Eine Enttäuschung erlebten sie an der Grenze zur Mongolei. „Wir freuten uns auf das Reiterfest in der Mongolei, aber die Mongolei hatte wegen des Reiterfestes die Grenze für zwei Tage geschlossen und wir standen mit vielen anderen in einem langen Stau“, sagte Ursula Arnold.

Dann aber ging es weiter und sie erlebten den Reiz dieser Landschaft mit ihren weiten Ebenen und ihren Bergen, die eine Höhe von über 4000 Metern haben. Beeindruckend, aber zu heiß war die Gobi-Wüste.

Die Reise ging zurück nach Sibirien mit einem Abstecher an den größten und tiefsten Süßwassersee der Erde – den Baikalsee. Die Heimreise führte dann über Wolgograd (früher Stalingrad. Die Arnold besuchten die Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Es folgte der schwierigste Teil der Reise wegen der hohen militärischen Präsenz im Kaukasus, der Grenzregion von Russland und Georgien. Über die Türkei, Griechenland und Italien ging es dann zurück ins heimische Lindenfels.

Sicher war es nicht die letzte Reise, über die das Ehepaar Arnold in seiner Heimatstadt berichten wird. Die Planungen für den nächsten Urlaub laufen schon. Dann geht es in den Iran. TN

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