Lindenfels

HBS Bei einem Präventionstag wurden Schüler für Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert

Wenn ein Autounfall alle Träume platzen lässt

Archivartikel

Fürth.Ein ungewöhnliches Bild auf dem Schulhof der Heinrich-Böll-Schule: Eine größere Gruppe uniformierter Polizisten geht in die Mensa. Sie haben dort – zusammen mit Vertretern der Notfallseelsorge, der Sucht- und Drogenberatung Prisma, dem Pflegedienst Odenwald und der Feuerwehr Fürth – einen besonderen „Einsatz“. Gemeinsam leiten sie das Präventionsprojekt „SchleuderDrama“. Ziel ist es, die Zehntklässler der Gesamtschule für das Thema „Sicherheit im Straßenverkehr und Zivilcourage“ zu sensibilisieren.

Gut sichtbar hing ein Luftballon von der Decke. In seinem Innern befanden sich Zettel, auf denen die Zehntklässler ihre Wünsche aufgeschrieben hatten. Peter Hoffmann von der Polizei Heppenheim ging auf diese Notizen ein. An oberster Stelle standen Gesundheit, ein guter Beruf und eine glückliche Partnerschaft. Dieser Ballon könne leicht platzen, sagte Hoffmann.

Schweigeminute für Verkehrstote

In einem Film wurden verschiedene Unfallgeschichten vorgestellt. Schnell wurde klar, dass ein Unfall das Leben eines oder mehrerer Menschen stark verändern kann. Sogar hartgesottene Schüler gerieten ins Grübeln, als Hoffmann zu einer Schweigeminute für die Todesopfer im Straßenverkehr aufforderte.

Bedrückend waren auch die Schilderungen der Beamten von Erlebnissen bei Unfallgeschehen. „Auch wir müssen solche Erlebnisse verarbeiten“, erklärte Hoffmann. Hilfreich ist da die Notfallseelsorge.

Tuning als Sicherheitsrisiko

Bevor die Workshops in Klassenräumen begannen, skizzierten die Beamten und Einsatzkräfte eine Rettungskette im Falle eines Verkehrsunfalls. Die Polizeibeamten Bettina Noll und Frank Dingeldey setzten sich in ihren Gruppen mit der Arbeit der Polizei an der Unfallstelle auseinander. Den Umgang mit Verletzten erörterte Dominik Bormuth von der Feuerwehr Fürth. Er informierte darüber, welche Maßnahmen die Wehren ergreifen, wenn Personen in einem Fahrzeug eingeklemmt sind.

Über die Arbeit mit Komapatienten berichtete Jörg Meinhof vom Pflegedienst Odenwald. Gerade bei Verkehrsunfällen kommt es nicht selten zu Schädelhirnverletzungen, die auch oftmals langfristige Konsequenzen für den Betroffenen haben.

Expertengespräche gab es im Workshop von Polizist Jörn Metzler, der sich mit den Jugendlichen über den Umgang mit motorisierten Zweirädern unterhielt. Dabei kam das Thema „Tuning“ aufs Tapet. Mit wenigen Handgriffen lässt sich eine Maschine „frisieren“. Die Zweiräder sind für hohe Geschwindigkeiten nicht konzipiert. Nicht selten kommt es deshalb zu Unfällen.

Das gilt auch für den Missbrauch von Drogen und Alkohol, auf den Oliver Bienek von der Polizei einging. Unterstützung bekam er von Nikita Girard von der Sucht- und Drogenberatung Prisma und Sandra Vollhardt. Für die Polizei sind es alltägliche Fälle: Jugendliche trinken Alkohol und setzen sich dann auf das Zweirad oder ins Auto. Bienek informierte die Schüler über Alkohol- und Drogentests und die Konsequenzen bei einem Vergehen. Girard gab den Schülern Rauschbrillen, die eine Alkoholisierung suggerieren. Vollhardt machte keinen Hehl daraus, dass sie früher selbst drogenabhängig war. Ihre Schilderungen beeindruckten die Jugendlichen umso mehr.

Wie gehen Angehörige mit der Nachricht vom Tod eines Verwandten um? Was können Jugendliche tun, wenn sie vom Tod eines Freundes hören? Auf diese Fragen ging Uta Voll von der Notfallseelsorge ein. Alle Referenten erörterten das Thema „Zivilcourage“, die sich manifestiert, wenn Jugendliche nicht in ein Fahrzeug einsteigen, wenn der Fahrer alkoholisiert ist. Oder wenn sie den Fahrer darauf aufmerksam machen, die vorgegebene Geschwindigkeit einzuhalten. red

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