Lindenfels

SV Lindenfels Das närrische Programm im Schlierbacher Dorfgemeinschaftshaus stand im Zeichen der Olympischen Spiele

Witz, Tanz und viele Seitenhiebe

Schlierbach.Das Männerballett „Trampolinspringer“ kam gar nicht mehr runter von der Bühne: Das Schlierbacher Dorfgemeinschaftshaus tobte und die sechs Jungs, die sich eine extrem anspruchsvolle Trampolin-Nummer eingebrockt hatten, absolvierten mit brennenden Oberschenkeln und angestrengtem Gesichtsausdruck tapfer eine dritte Zugabe. Eine Performance ganz im Sinne des olympischen Mottos der diesjährigen Fastnachtssitzungen des SV Lindenfels: Alles geben für den einen besonderen Moment.

Die närrischen Olympischen Spiele des Sportvereins, die von Zeus (Philipp Höly) und Poseidon (Lars Blessing) moderiert wurden, boten ein Programm aus Witz, Tanz, Gesang, Sport sowie den einen oder anderen netten Blick in die Stadtteile. Lieblingsziel der SVL-Attacken: Winterkasten. Die „ Winnerkäschter“ bekamen von den „Linnefelsern“ verbal ganz schön eingeschenkt. Wie man einen intelligenten Menschen in Winterkasten nennen würde, erklärten Domi (-nik Klöss) und Sebastian (Arras), zwei „Bembel“ saufende Odenwälder Spitzensportler, dem Publikum: Tourist.

Medaille in der Umkleide

Maskottchen Max (Klöss) berichtete von den Erlebnissen mit seiner Erna. Zurzeit läuft es nicht wirklich rund zwischen den beiden. Erna ist stinksauer, weil Max den Kellerschlüssel verloren hat. Den Ratschlag seines Bruders, die liebe Erna mit einem schönen Blumenstrauß zu besänftigen, findet Max zwar gut – verwirklichen lässt sich die Beschwichtigungsgeste allerdings nicht. Erna ist seit vier Wochen im Keller eingesperrt. Auch sonst pflegt das Paar einen netten Umgang. Wenn Erna sich im schwarzen Negligé auf dem Bett räkelt und ihren Max bittet, die drei Worte zu hauchen, die sie dem Himmel näher bringen, sagt er: „Häng dich auf!“

Holger (Wörle) rockte als Schwimmer im Muskelshirt-Kostüm das Haus. Mit Olympia-Medaille um den Hals und Anabolika-Fistelstimme zeichnete er seinen Weg zum Ruhm nach. Dass er die Medaille nicht gewonnen, sondern nach dem Wettkampf in der Umkleidekabine gefunden hat, spielte dabei nun wirklich keine Rolle. Außerdem lieferte Holger eine feine Mini-Playback-Show ab. Das Haus ging mächtig ab bei „Amarillo“.

Alex (Silvia Meister) und Käth (Heidrun Klöss) haben schon viel versucht, um an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können; geklappt hat es mit dem Start bislang nicht. Mit einer neuen Disziplin-Idee machen sie sich nun große Hoffnungen für Tokio 2020: Dressurreiten ohne (echte) Pferde. Die ausgefeilte Darbietung, die das Duo im Reiterdress auf den Steckenpferdchen vollbrachte, roch in jedem Fall stark nach Gold für Lindenfels 2020. Sportlich sieht es also ganz gut aus bei Alex und Käth, in Sachen Erotik ist dafür noch Luft nach oben, klagten die Frauen. Wenn eine Lindenfelserin ihren Mann des Abends im SM-Lederkostüm inklusive Augenmaske empfängt, löst das bei ihm eine eher unerwünschte Reaktion aus: Batman, was gibt’s zu essen.

Ein optischer Glanzpunkt war der Auftritt des Altherren-Balletts, das sich in hautengen Jamaikafarbenen Rennanzügen als das erste Lindenfelser Viererbob-Team tänzerisch filigran und mit einem originellen Rap-Song präsentierte. Damit begaben sich die vier Alten Herren auf die Spuren des jamaikanischen Vierer-Bob, der bei Olympia 1988 in Calgary am Start war und dessen Geschichte verfilmt wurde: Cool Runnings.

Vollsuff kostet den Sieg

Das Männerballett „Olympia 1936“ blickte zurück auf die Spiele 1936 in Berlin, als die Lindenfelser eine eigene Mannschaft zu Olympia entsandt hatten. Seinerzeit räumte die Odenwälder Equipe reichlich Medaillen ab, führte die Nationenwertung an. Diese Erfolge wurden jedoch komplett aus den Statistiken gestrichen, da sich die Lindenfelser Olympioniken während der Spiele zu einem Anfang August stattfindenden Heimatfest begeben hatten, von dem sie anschließend volltrunken zurückgekehrt waren. Ein klarer Verstoß gegen den olympischen Verhaltenskodex, der mit der Aberkennung aller Medaillen bestraft wurde.

Diese tragische Geschichte erzählte das Männerballett nach in einem vor allem durch eine spezielle Art der Synchronität bestechenden Ausdruckstanz.

Sportlich ging’s bei den weiblichen Tanzgruppen zu. Das Damenballett trat als Cheerleader-Truppe auf, das Starballett war als Box-Staffel unterwegs. Beide Auftritte wurden vom Publikum lautstark gefeiert.

Alex (Alexandra Schreiber) und Gilbert (Rest) führten die Betriebstemperatur im Saal in den roten Bereich mit Stimmungsliedern wie „Im Wagen vor mir“ oder „Hulapalu“.

Info: Fotostrecke auf bergstraesser-anzeiger.de

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