Lindenfels

Heimatgeschichte Neue Ausgabe der Zeitschrift „Der Odenwald“ erschienen

Wo das Kloster Amorbach seine Besitztümer hatte

Lindenfels.Das älteste Einkünfteverzeichnis des Klosters Amorbach aus der Zeit um 1395 und ein 1450 errichteter eindrucksvoller Fachwerkbau der Adelsfamilie Kalb von Reinheim sind Themen in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Der Odenwald“, die die heimatgeschichtliche Vereinigung Breuberg-Bund vorgelegt hat.

Eröffnet werden die Aufsätze mit dem Beitrag von Prof. Dr. Kurt Andermann über „Das Amorbacher Urbar von 1395/97“. Dieses Besitzrechts-Verzeichnis ist für die Orts- und Landesgeschichte von hinterem Odenwald und Bauland und weit darüber hinaus von großer Bedeutung. Es spiegelt den Besitz der alten Benediktinerabtei Amorbach im späten Mittelalter wider. Die Abtei ist eines der ältesten Klöster Ostfrankens überhaupt.

Damit ermöglicht das Urbar tiefe Einblicke in die ländliche Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte im Raum zwischen dem Main bei Aschaffenburg und dem Kocher bei Forchtenberg sowie zwischen Neckar und Tauber.

„Für weite Gebiete des Odenwaldes, dessen östlicher Teil unter maßgeblicher Beteiligung des Klosters Amorbach im Lauf des hohen Mittelalters überhaupt erst erschlossen wurde, stellt dieses Urbar eine der frühesten historischen Überlieferungen dar“, teilt der Breuberg-Bund mit. Das Verzeichnis macht nicht nur Angaben zu Art und Umfang der jeweiligen Güter in mehr als 100 Orten. Für manchen Ort im Hinteren Odenwald liefert dieses Urbar auch den Beleg für die erste „urkundliche“ Erwähnung.

In dem folgenden Beitrag „Das Kalb’sche Haus in Reinheim“ befasst sich der Bauhistoriker Dr. Hans-Hermann Reck auf der Basis seines bauhistorischen Gutachtens mit einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Stadt Reinheim, das im Mittelalter im Besitz der Adelsfamilie Kalb von Reinheit war. In seinen Ausführungen, die mit farbigen Fotos und Plänen belegt sind, kommt Reck zu dem Ergebnis, dass dieses eindrucksvolle Fachwerkgebäude im Jahr 1450 aufgeschlagen worden ist.

Weitere Beiträge sind: Ewald Lang: Der Blumler-Bildstock aus dem Jahre 1589 im Wald von Pflaumheim im Bachgau; Michael Fettel: Gediegen Silber in blättrigem Schwerspat und Winfried Wackerfuß: Wilder Mann und Meerweibchen an einem Fachwerkhaus in Dieburg. Den Abschluss bilden einige Buchhinweise auf Neuerscheinungen zur Geschichte und Kultur des Odenwaldes und Tagungstermine. red

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