Lokalsport Bergstraße

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Archivartikel

über einen schwarzen Sonntag und rosige Aussichten

Das war ein schwarzer Sonntag für die Bensheimer Fußballszene. Sowohl der FC 07 als auch der VfR Fehlheim hätten ihre Partien des letzten Spieltages gewinnen müssen, um in der Saison 2018/19 womöglich gemeinsam in der Fußball-Verbandsliga Süd – wie schon 2015/16 – am Ball zu sein. Für die Bensheimer ist aufgrund des 1:3 bei der sich in letzter Sekunde rettenden Viktoria Urberach der dritte Abstieg aus der zweithöchsten hessischen Liga nach 2015 und 1970 nun beschlossene Sache. Das ist extrem bitter, zumal sich die Zahl der Absteiger dank des Oberliga-Klassenerhaltes von Viktoria Griesheim von fünf auf vier reduziert hatte und sich in Urberach genügend Chancen zum lebensnotwendigen Dreier boten.

Dass das Tor wie vernagelt ist, wenn die Nervenanspannung genauso groß ist wie der Erfolgsdruck, diese leidvolle Erfahrung musste am Sonntag der VfR Fehlheim machen. Trotz drückender Überlegenheit in der Partie beim FC Sportfreunde Heppenheim sprang nicht mehr als der Last-Minute-Treffer von Christoph Geiß heraus – am Ende war das 1:1 zu wenig gegenüber der nach dem 3:1 zu Hause gegen den SV Nauheim wieder punktgleichen SG U.-Abtsteinach, die dank des direkten Vergleichs (3:1, 3:2) die Aufstiegsrunde erreichte.

Goalgetter sehr vermisst

Da am Donnerstag der Rückzug von Viktoria Nidda aus der Verbandsliga Süd offiziell wurde, steigen in diese nun der Tabellenerste und -zweite der Relegation auf. Derweil sorgten die Schützlinge eines maßlos enttäuschten VfR-Trainers Martin Weinbach mit dem 1:1 dafür, dass die Kreisstädter – dank der sieben mehr geschossenen Tore gegenüber dem SV Geinsheim (gleiche Punktzahl und Tordifferenz) – den Ligaverbleib mit dem Rechenschieber schafften.

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass den beiden ranghöchsten Fußballclubs der größten Stadt im Kreis Bergstraße ausgerechnet in diesen beiden entscheidenden Spielen ihre besten Torschützen fehlten. So stand Benedikt Saltzer (14 Saisontreffer) dem FC 07 berufsbedingt genauso wenig zur Verfügung wie dem VfR Fehlheim Max Schwerdt (31 Tore).

Punkte leichtfertig verspielt

Martin Weinbach hat recht, wenn er sagt, dass sein VfR die Relegations-Teilnahme nicht erst in Heppenheim verspielt hat. Er erinnerte an die Unentschieden auf eigenem Platz gegen den SV U.-Flockenbach, VfL Michelstadt, FC Fürth und Olympia Biebesheim.

Zahlreiche vergeben Punkte, die locker zum Ligaverbleib gereicht hätten, hat letztlich auch der FC 07 Bensheim zu beklagen, dem trotz eines furiosen Schlussspurtes ein Happy End versagt blieb. Man denke nur an das unglückliche 3:3 gegen Meister FV Bad Vilbel am 6. Mai, als sich in der Schlussphase noch genügend hochkarätige Möglichkeiten zum Siegtor boten. Nur diese zwei Punkte mehr und der Zähler, den das nicht erfüllte Schiedsrichtersoll kostete, hätten ausgereicht.

Ein kleiner Trost bleibt dem FC 07, der sich unter Spielertrainer Elton da Costa neu aufstellen wird, und dem ebenfalls ambitionierten VfR Fehlheim: Sie können sich auf eine der spielstärksten Fußball-Gruppenligen aller Zeiten freuen. Dafür sind der FC Alsbach, der nach 14 Jahren aus der Verbandsliga Süd absteigen muss, Sportfreunde Heppenheim, Neuling Eintracht Bürstadt, FC Fürth, SV U.-Flockenbach und vielleicht auch die SG Einhausen in vielen reizvollen Derbys vielversprechende Garanten. Ronald Schwinn

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