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Kegeln Frauen-Bundesligist DSC Kriemhild Lorsch muss künftig auf Ausnahmespielerin Manuela Ehrhard verzichten

Abschied mit Ansage

Lorsch.Das ist sicherlich ein schwerer Schlag für die Bundesliga-Keglerinnen des DSC Kriemhild Lorsch: Nach der europäischen Premiere beim NBC-Pokalwettbewerb in München hat Manuela Ehrhard ihren Rücktritt vom Kegelsport erklärt und steht dem Lorscher Team ab sofort auch nicht mehr zur Verfügung.

"Es ging einfach nicht mehr. Meine permanenten Probleme am linken Knie haben mir zu sehr zu schaffen gemacht. Dass ich aber mit dem Kegelsport aufhöre, habe ich jedoch schon vor längerer Zeit klar gesagt. Mein Ausstieg während dieser Saison kommt also für niemanden überraschend. Ich wollte mich aber mit einem Turnier auf europäischer Bühne verabschieden - und das habe ich nun auch getan. Natürlich fällt mir der Abschied sehr schwer, aber ich werde mich schon bei dem einen oder anderen Heimspiel in Lorsch sehen lassen", bedauert die Ausnahmekeglerin diesen Schritt.

Schon seit 14 Jahren plagt sich die Dossenheimerin mit Knorpelschäden im linken Knie herum und musste sich schon drei Operationen unterziehen. "Für den Moment haben die Eingriffe im Knie schon etwas gebracht, letztlich ist es aber nicht besser geworden", weiß die 46-Jährige zu berichten. So trainierte sie auch nur noch sporadisch, um das lädierte Knie nicht zu sehr zu belasten und so in den Spielen wenigstens einigermaßen fit zu sein.

"Das ist natürlich sehr bitter für uns, denn Manuela können wir einfach nicht ersetzen. Sie zählte immerhin in den vergangen vier Jahren immer zu den Top-10-Spielerinnen der Bundesliga 120 Wurf", bedauert Ute Hintze die jüngste personelle Entwicklung bei ihrem Club. "Wir haben immer noch versucht, Manuela davon zu überzeugen, dass sie weitermacht, doch das hat nichts genutzt. Aber angesichts ihrer Schmerzen ist ihr Schritt nachvollziehbar", so die Kriemhild-Sportwartin und Mannschaftskameradin.

"Dass wird in dieser Runde gegen den Abstieg kämpfen würden, war von Anfang an klar. Jetzt wird das Ganze für uns natürlich noch viel schwerer", gibt sich Hintze keinen großen Illusionen hin. Sie hofft aber, dass Julia Herle, geb. Albert, vielleicht früher als geplant ihre Babypause beendet und spätestens ab 2018 beim DSC Kriemhild in die Bresche springen kann.

Vize-Weltmeisterin 1991

Manuela Ehrhard kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Highlight war sicherlich der Vizetitel bei der Weltmeisterschaft mit dem deutschen Juniorinnen-Nationalteam 1991 im österreichischen Linz. Auch an den Gewinn des Europapokals 2001 im tschechischen Prerov und 2002 im rumänischen Targoviste erinnert sie sich gerne.

Nachdem sie vor 13 Jahren die Drillinge Liam, Len und Luke zur Welt gebracht hatte, nahm sie eine einjährige Auszeit. Knieprobleme zwangen die nordbadische Bergsträßerin schon nach der Saison 2005/06 zu einer Kegel-Pause bis zum Februar 2011. Am Eppelheimer Gewinn der Deutschen Mannschafts-Vizemeisterschaft 2011/12 hatte sie dann wieder großen Anteil.

2012 wechselte die Bauzeichnerin - zusammen mit Monika Ebert - vom DSKC Eppelheim zum DSC Kriemhild Lorsch, zu dessen Meisterschaft in der Bundesliga 100 Wurf in der Saison 2012/13 und zur gleichzeitigen Qualifikation für die Bundesliga 120 Wurf sie maßgeblich beitrug - genau wie zum Erreichen des dritten Tabellenplatzes in der Saison 2016/17 der Bundesliga 120 Wurf, der die Qualifikation für den NBC-Pokal bedeutete. Für Manuela Ehrhard war dieses internationale Highlight ein würdiger und gelungener Abschluss ihrer erfolgreichen Kegel-Karriere. rs

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