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Auch mit 70: „Lebbe geht weider“

Archivartikel

Frankfurt. Es kommt nicht oft vor, dass man einen Menschen an nur drei Worten erkennt. Dragoslav Stepanovic gehört zu den wenigen Ausnahmen. „Lebbe geht weider“, kommentierte der damalige Trainer von Eintracht Frankfurt am 16. Mai 1992 den auf dramatische Weise verpassten Meistertitel in Rostock. Der Spruch ist im deutschen Fußball längst Kult und zugleich das Lebensmotto des stets gut gelaunten Serben.

Seinen heutigen 70. Geburtstag nimmt „Stepi“, wie der Mann mit dem Schnauzer und den wehenden grauen Haaren liebevoll genannt wird, daher mit Humor. „Es geht mir sehr gut. Ich habe zwei neue Knie bekommen“, berichtet der Jubilar und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn noch etwas Zeit vergeht, kann ich mich zum Probetraining anmelden.“ Eine Party hat er zu seinem Ehrentag nicht geplant: „Warum soll ich denn feiern, dass ich ein Jahr älter werde?“

Der Terminkalender des früheren Klasseverteidigers aus Jugoslawien ist immer noch voll. Seit einigen Jahren betreut Stepanovic ehrenamtlich ein hessisches Team intellektuell beeinträchtigter Kinder.Zudem engagiert er sich als Integrationsbotschafter der Hessischen Landesregierung für Flüchtlinge. Und dann besucht er natürlich regelmäßig die Heimspiele der Eintracht - seiner großen sportlichen Liebe.

Im Sommer 1976 wollte ihn eigentlich Feyenoord Rotterdam verpflichten, doch Stepanovic entschied sich für einen Wechsel von Roter Stern Belgrad an den Main. Eine Entscheidung, die er nie nicht bereut hat: „Deutschland ist nicht meine zweite, sondern meine erste Heimat geworden. Ich fühle mich, als wäre ich hier geboren worden.“

Nach dem Ende der aktiven Laufbahn mit weiteren Stationen bei Wormatia Worms und Manchester City arbeitete er als Kneipenwirt und trainierte in Frankfurt unterklassige Vereine. 1991 holte ihn Bernd Hölzenbein überraschend zur Eintracht. Dort startete Stepanovic als Coach mit Spielern wie Andreas Möller oder Uwe Bein durch und eroberte mit „Fußball 2000“ die Herzen der Fans. Doch die Niederlage am letzten Spieltag in Rostock kostete den Titel. lhe/Bild: dpa

(Mehr in der morgigen Ausgabe)

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