Lokalsport Bergstraße

Pandemie Der Sportkreisvorsitzende Günter Bausewein setzt vor allem auf Kinder und Jugendliche

Corona kann Lust am Sport nicht nehmen

Bergstraße.Es sind herausfordernde Zeiten, mit denen die Menschen aktuell zu kämpfen haben. Die Corona-Pandemie stellt auch die vielen Sportvereine im Kreis Bergstraße vor Probleme, mit denen sie klarkommen müssen. Rund 91 000 Mitglieder, verteilt auf etwa 330 Bergsträßer Clubs – keine Frage, der Sport und der Sportkreis Bergstraße spielen auch in der Region eine herausragende Rolle. Mit dem Teil-Lockdown Anfang November wurden viele Vereine nach der ersten Zwangspause im Frühjahr zum zweiten Mal in diesem Jahr ausgebremst. Eine Situation, die für viele nicht ganz unproblematisch ist.

Erste Rückmeldungen wegen der neuerlichen Zwangspause hat Günter Bausewein, Vorsitzender des Sportkreises Bergstraße, bislang noch nicht erhalten. „Ich glaube, die Vereine haben das zunächst einmal hingenommen und sich entsprechend organisiert“, sagt der Bergsträßer Sport-Chef, der sich allerdings sicher ist, dass die wirklichen Probleme für die Vereine noch kommen, wahrscheinlich Anfang 2021.

„Die Vereine haben in den vergangenen Monaten viel unternommen, um ein sicheres Sporttreiben zu ermöglichen. Sie haben ausgeklügelte Hygienekonzepte entwickelt. Als sich dann alles eingespielt hatte, wurden sie wieder ausgebremst“, kritisiert Günter Bausewein (Bild: Funck), für den die Gesundheit der Menschen gleichwohl an oberster Stelle steht. Wann genau wieder ein Stückchen Normalität in den Sportbetrieb einkehren wird, weiß auch Bausewein nicht. Mit einer schnellen Rückkehr rechnet er nicht. „Ich gehe davon aus, dass man erst nach den Weihnachtsferien, also im Januar, vorsichtig absehen kann, wohin die Reise geht“, gibt er zu bedenken.

Einige Vereine in Schwierigkeiten

Dass es für die Vereine wegen der Corona-Pandemie Schwierigkeiten geben könnte, davon geht Bausewein aus. „Ich denke schon, dass der ein oder andere Verein unter anderem finanzielle Probleme bekommen wird. Schließlich fallen ja aktuell so gut wie alle Einnahmequellen weg.“

Dass sich gerade der Nachwuchs aufgrund der Zwangspause von den Vereinen abwenden wird, das glaubt er indes nicht. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Kinder und Jugendlichen sofort wieder dabei sind, wenn die Hallen und Sportgelände öffnen. Letztlich hängt es vor allem an den Eltern, dem Nachwuchs die Lust am Sport weiter zu vermitteln.“

Dabei sei, so Bausewein, auch der Einfallsreichtum der Übungsleiter in den Sportvereinen in diesen Zeiten gefragt. „Natürlich können beispielsweise Turner oder auch Gesundheitssportler bis mindestens Ende November nicht wie gewohnt ihrem Sport nachgehen. Warum Übungseinheiten also nicht ins Freie verlegen?“, fragt sich der Sportkreis-Vorsitzende, der in den vergangenen Wochen und Monaten den Eindruck gewonnen hat, dass die Menschen sich die Lust am Sport auch durch Corona nicht nehmen lassen: „Ich habe in Parks und im Wald so viele sporttreibende Menschen gesehen wie selten zuvor. Ich bin davon überzeugt, dass die Lust daran auch durch die aktuelle Situation nicht verloren gegangen ist.“

Um auch in finanzieller Hinsicht über die bevorstehenden Monate zu kommen, bedarf es bei den Vereinen ebenfalls Einfallsreichtum. Die Corona-Soforthilfe des Landes, die von Sportvereinen in Anspruch genommen werden kann, wurde, so Bausewein, bislang noch von wenigen Vereinen abgerufen: „Ich denke, dass die Vereine im Kreis Bergstraße gut gewirtschaftet haben, um diese Situation zu bestehen.“

Alternative Angebote sind wichtig

Ob es in den kommenden Monaten zu einem signifikanten Mitgliederschwund bei den Bergsträßer Vereinen kommen kann, mag der Sportkreis-Vorsitzende noch nicht abschließend zu sagen. „Natürlich spielt die Vereinsverbundenheit heutzutage nicht mehr eine so große Rolle, wie das früher der Fall war. Umso mehr ist es wichtig, in diesen Zeiten alternative Möglichkeiten anzubieten“, sagt Bausewein. Wann die Vereine ihre Angebote im Normalbetrieb anbieten können, bleibt abzuwarten. Bausewein glaubt nicht, dass das vor dem Sommer der Fall sein wird. ki/ü

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