Lokalsport Bergstraße

Fußball Beim Zweitligist SV Darmstadt 98 ist man mit dem bisherigen Saisonverlauf unzufrieden

Dirk Schuster denkt über Hurra-Stil nach

Archivartikel

Darmstadt.Der SV Darmstadt 98 hat Dirk Schuster viel zu verdanken. In seiner ersten Amtszeit führte der Trainer den Verein von der Drittklassigkeit in die Fußball-Bundesliga. Nach seiner Rückkehr im vergangenen Jahr gelang als viertbestes Rückrundenteam noch der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Doch inzwischen sind am Böllenfalltor Missmut und Unruhe nicht mehr zu überhören. Die Erwartungen sind hoch, der sportliche Erfolg in der Hinserie eher mäßig.

„Es war bisher eine durchschnittliche Saison“, meint demnach auch Schuster. Tabellarisch befinde man sich mit Rang 13 und sechs Punkten Abstand zur Abstiegszone im Soll. Das letzte Spiel vor der Winterpause in Paderborn (2:6) habe aber kein gutes Gefühl hinterlassen. „19 Punkte aus 18 Spielen sind kein guter Schnitt. Zu 100 Prozent zufrieden sind wir deshalb nicht.“

Dass es nicht so laufe, habe verschiedene Gründe. Angefangen von individuellen und taktischen Fehlern, fehlendem Spielglück bis hin zum erneut notwendig gewordenen personellen Umbau der Mannschaft. Für den Unmut Einzelner habe er Verständnis: „Es geht um nichts anderes, als den SV Darmstadt 98 auf Dauer in der Zweiten Liga zu etablieren. Dass das schwierig wird, ist uns klar. Auch dass es die eine oder andere unzufriedene Stimme gibt, ist ganz normal.“

Dass seine Mannschaft für die Gegner zu leicht auszurechnen ist, will er aber nicht stehen lassen. „Das Märchen mit den vielen langen Bällen möchte ich so langsam mal ausräumen“, sagt Schuster. Das sei „ein alter Hut aus der Vergangenheit in der Bundesliga. Und da war das der Situation geschuldet.“

Personell nachbessern

Eine grundsätzliche Systemfrage stellt sich für ihn nicht. „Wir müssen uns fragen: Ist ein Hurra-Fußball in Darmstadt mit dem vorhandenen Kader machbar? Vor allem aber: Ist das erfolgreich? Am Ende müssen die Ergebnisse stimmen. Denn wegen der großen Investitionen in die Infrastruktur ist es für den Verein zwingend notwendig, die Klasse zu halten“, so Dirk Schuster.

Der Verein baut gerade sein Stadion um, die Kosten summieren sich laut Geschäftsführer Michael Weilguny nach derzeitigem Stand auf über 40 Millionen Euro. Für den Klassenerhalt will Schuster deswegen im Winter personell nachbessern. Vor allem ein defensiver Mittelfeldspieler und ein Rechtsverteidiger stehen auf seinem Wunschzettel.

Dass sich das Gesicht des Kaders nach der Saison erneut deutlich verändern könnte, schließt er nicht aus. Spieler wie Keeper Daniel Heuer Fernandes, Flügelspieler Joevin Jones oder Angreifer Serdar Dursun könnten Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken. „Dann kann es sein, dass es wieder einen Umbruch gibt. Aber das ist im Moment das Schicksal von Darmstadt 98“, sagt Schuster.

Zunächst gilt es aber, die laufenden Saison sorgenfrei zu spielen - das haben Schuster und Präsident Rüdiger Fritsch als Ziel ausgegeben. „Ein großer Wunsch ist, dass wir nicht wie vergangene Saison am letzten Spieltag wieder ein Endspiel gegen Erzgebirge Aue haben“, sagt Schuster. „Das Ziel ist, dass wir vorher schon den Grundstein gelegt haben, damit es an den letzten Spieltagen etwas entspannter zugehen kann.“ dpa

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel