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Bensheimer Sportlerwahl Anastasia Bondareva hat Tischtennis-Begeisterung geerbt

EM-Gold ist das Größte

Fehlheim.Das Jahr 2017 wird für Anastasia Bondareva wohl für immer ein ganz besonderes bleiben. Die 15-jährige Schülerin, deren Stammverein der VfR Fehlheim ist, gewann bei den Tischtennis-Europameisterschaften der Schüler in Portugal eine Gold- und zwei Bronzemedaillen und vertrat zudem die deutschen Farben bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Bensheims Partnerstadt Riva del Garda. Zudem schaffte sie den Sprung in die Frauen-Bundesliga, wo sie seit dieser Saison für den TV Busenbach an die Platte geht.

Dass das Jahr 2017 ein so erfolgreiches für die Linkshänderin werden würde, war nicht vorherzusehen. Talent und Trainingsfleiß sorgten dafür, dass sich das Tischtennistalent einen Platz im Nationalteam sichern konnte, doch dass gerade bei der Europameisterschaft der Knoten platzen sollte, das kam dann doch für alle überraschend.

Im Doppel gewann die Fehlheimerin gemeinsam mit Sophia Klee die Goldmedaille – ein Titelgewinn, den das Duo erst einige Tage später so richtig realisieren konnte. Im Einzel reichte es für die aus einer Tischtennis-begeisterten Familie stammende Anastasia dann zwar „nur“ für eine Bronzemedaille, die hat für die Schülerin des AKG Bensheim aber die gleiche Wertigkeit wie der Goldgewinn. In den Vorjahren war für sie bei wichtigen Turnieren spätestens im Viertelfinale immer wieder Endstation, was auch daran lag, dass sie knappe Spiele im Kopf schon als verloren abgehakt hatte, wenn es brenzlig wurde.

Durch die Zusammenarbeit mit einer Sportpsychologin konnte sich Anastasia Bondareva im mentalen Bereich enorm weiterentwickeln, was ihr bei der EM half. Drei Spiele auf dem Weg zur Bronzemedaille standen auf des Messers Schneide, dreimal setzte sie sich auf Grund ihrer psychischen Qualitäten durch und konnte am Ende eine nie erwartete Einzelmedaille bejubeln. Ihr drittes Edelmetall gewann das Ausnahmetalent schließlich im Mixed mit Daniel Rinderer.

Die Nachwuchs-Weltmeisterschaften in Riva verliefen dann zwar nicht ganz so erfolgreich, wie sie es sich vielleicht insgeheim erhofft hatte, dennoch war Anastasia mit dem Abschneiden gerade im Mannschaftswettbewerb nicht unzufrieden. Da belegten die deutschen Mädels einen guten siebten Platz und schlug sogar den amtierenden Europameister aus Russland. Da man in Südtirol bewusst mit einer jungen Mannschaft angetreten war, konnte man zudem wichtige Wettkampferfahrungen für die nächsten Jahre sammeln.

Nicht ganz so glücklich war sie mit ihrem Abschneiden in der Einzelkonkurrenz. Da kam die Linkshänderin nicht über ihre beiden Spiele in der Vorrunde hinaus, obwohl mehr drin war. Irgendwie war ihr Kopf an diesem Tag leer und der Mannschaftswettkampf ging körperlich auch nicht spurlos an der Doppel-Europameisterin vorbei, die eigentlich schon gerne in die Hauptrunde eingezogen wäre.

Doch Anastasia Bondareva schlägt noch über zwei Jahre im Nachwuchsbereich des DTTB auf und kann Verlorenes aufholen. Natürlich hofft sie, auch weiterhin bei den Nachwuchswettbewerben auf internationaler Ebene für Deutschland an den Start gehen zu dürfen. Zudem möchte sie mit dem TV Busenbach den Klassenerhalt in der Frauen-Bundesliga schaffen, was angesichts des aktuellen fünften Platzes realistisch erscheint. nico

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