Lokalsport Bergstraße

Fußball Bergsträßer Schiedsrichter verlagern ihre monatliche Pflichtsitzung ins Internet / „Ein tolles Ereignis in Zeiten der Krise“

Erste Corona-Konferenz war gut besucht

Archivartikel

Bergstraße.Zweiter Montag im Montag, 19.30 Uhr. Für die Bergsträßer Fußball-Schiedsrichter ist das ein fester Termin im Kalender, dann treffen sich die Unparteiischen von Groß-Rohrheim bis Aschbach zu ihrer monatlichen Sitzung im Bensheimer Kolpinghaus.

Aufgrund der Corona-Krise fielen die Treffen im März, April und Mai aus. Für Juni hatte sich der Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) um Obmann Karlheinz Dörsam etwas Besonderes überlegt: die erste digitale Sitzung der Schiedsrichtervereinigung Bergstraße. „Nicht nur die Spieler und Vereine, auch wir Schiedsrichter sind seit drei Monaten in einer Zwangspause. Daher war es ein Anliegen, neue Wege zu gehen und so den Kontakt zu halten“, sagte KSA-Öffentlichkeitsmitarbeiter Jan Turinski (kleines Bild: kar).

Dank eines vom Hessischen Fußball-Verband bereitgestellten Konferenzsystems konnten sich die Unparteiischen bequem von der Couch, vom Arbeitszimmer oder der Terrasse einwählen und an der Sitzung teilnehmen. Dass von den 150 Schiedsrichtern fast jeder Dritte dabei war, ist – so Karlheinz Dörsam – ein tolles Zeichen: „Normalerweise kommen 90 bis 100 Schiedsrichter zu unseren Sitzungen nach Bensheim. Dass nun trotz der technischen Hürden so viele teilgenommen haben, zeigt das große Engagement der Bergsträßer Schiedsrichter.“

Doch sollte die digitale Sitzung nicht nur dem Wiedersehen und dem lockeren Austausch dienen, es wurde auch „gearbeitet“. Der Bergsträßer Regionalliga-Schiedsrichter Christoffer Reimund referierte über das Thema „Lauf- und Stellungsspiel“ und brachte viele Videos aus der Praxis mit.

Lehrwart Simon Wecht informierte über die aktuellen Entwicklungen auf der Ebene des Hessischen Fußball-Verbandes. Der von der Verbandsspitze beantragte Abbruch der Saison 2019/20 soll auf einem außerordentlichen Verbandstag am kommenden Samstag beschlossen werden – mit direkten Auswirkungen für die Schiedsrichter: „Bereits jetzt steht fest, dass das Schiedsrichtersoll für die laufende Saison nicht erhoben wird. Wer also bisher zu wenige Pflichtsitzungen besucht oder zu wenige Spiele geleitet hat, muss sich nicht um seine Anrechnung auf das Schiedsrichtersoll des Vereins sorgen“, so Wecht.

Es ist geplant, die neue Saison zum 1. September zu beginnen, die Pflichtspiele sollen dann am 15. September losgehen. Die alljährliche Kreisleistungsprüfung, die der Spielklasseneinstufung für die neue Saison dient, soll frühestens zu Beginn der zweiten Jahreshälfte stattfinden. „Auch hier gilt es, die gesetzlichen Vorgaben zur Kontaktbegrenzung zu beachten und die weitere Entwicklung der Pandemie abzuwarten“, so Dörsam.

Für alle Beteiligten fällt das Urteil zur digitalen Schiedsrichtersitzung positiv aus. „Dass wir trotz aller Widrigkeiten eine Sitzung abhalten, Regelinhalte besprechen und über den weiteren Verlauf der Saison informieren konnten, war ein tolles Ereignis in Zeiten der Krise“, so Thomas Hirschberg, der stellvertretende Obmann der Vereinigung, der weitere digitale Schiedsrichtersitzungen in Aussicht stellt. Doch trotz allem sehnen die Bergsträßer Schiedsrichter auch wieder die Zeit herbei, in der ein persönliches Treffen im wohlbekannten Kolpinghaus möglich ist – und in der der Ball wieder rollt, schreibt Turinski abschließend. all/red

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