Lokalsport Bergstraße

Fußball-Historie

FC 07 gegen fünf Deutsche Meister

Bensheim.Jubiläums- und Freundschaftsspiele der Fußballclubs hierzulande gegen Teams aus der 1. und 2. Bundesliga sind rar geworden. Da war es zuletzt erfreulich, dass der SV Waldhof Mannheim bei der SG Einhausen zu einem Testspiel antrat und einen standesgemäßen 8:0-Sieg feierte. Eintracht Frankfurt war über die Jahrzehnte gleich mehrfach an der Bergstraße zu Gast: in den 80er-Jahren bei Olympia Lorsch, zuletzt 2015 beim FC Sportfreunde Heppenheim sowie gleich zweimal (2003, 2009) bei der FSG Bensheim.

Doch diese Zeitreise reicht weiter zurück. Der FC 07 Bensheim kam als Amateur-Club in den Genuss, binnen acht Jahren gegen fünf amtierende oder frühere Deutsche Meister anzutreten: 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, 1860 München, Karlsruher SC und VfR Mannheim.

1959 – Sepp Herberger zu Gast: Am 8. September kam der 1. FC Kaiserslautern auf den Meerbachsportplatz zum FC 07. Unter den über 4000 Zuschauern, die den 9:1-Erfolg der „Roten Teufel“ verfolgten, waren Bundestrainer Sepp Herberger, Miss Hessen Marion Liebig, die Bergsträßer Gebietsweinkönigin Christel Vettel, Bensheims Bürgermeister Wilhelm Kilian und Kreisfußballwart Franz Hackl. Mit dabei waren Horst Eckel und Ottmar Walter, zwei Weltmeister von 1954.

Nach Ottmar Walters frühem 0:1 scheiterte Franz Päckert an FCK-Torhüter Hölz. Der FC 07 kassierte weitere Gegentore durch Ottmar Walter, Eckel (2), Bauer (2) und Schneider (2). Das Bensheimer Ehrentor gelang Hans Bauer per Foulelfmeter. „Das war eine tolle Sache. Ich bekam es mit keinem Geringeren als Ottmar Walter zu tun. Es war eine Ehre für mich, gegen den Weltmeister von 1954 spielen zu dürfen.“, erinnert sich der damalige Spielführer Adolf Schmitt an dieses Highlight der 112-jährigen Historie des FC 07.

1963 – Premierentor durch Sauter: Anlässlich der Übergabe des Weiherhausstadions trat der FC 07 gegen Eintracht Frankfurt an. Zu den 3000 Besuchern, die den Frankfurter 11:1-Sieg gegen den FC 07 Bensheim sahen, gehörten Bundestrainer Seppl Herberger und DFB-Präsident Dr. Hermann Gösmann. Das erste Tor im Weiherhausstadion überhaupt erzielte Eugen Sauter, der das Leder zur frühen 1:0-Führung für den FC 07 unter die Lattenunterkante hämmerte. Die Toreflut des Bundesligisten durch Lothar Schämer, Jürgen Friedrich, Erwin Stein & Co. ließ aber nicht lange auf sich warten.

1966 – Blitze, Donner und „Radi“:

Nur acht Tage nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft trat der TSV 1860 München anlässlich des 1200-jährigen Stadtjubiläums gegen ein verstärktes Team des Gruppenligisten FC 07 an. Dass die „Löwen“ standesgemäß 9:1 (4:1) gewannen, bekamen am Ende nur rund 1500 der anfangs 7000 Zuschauer mit. Nach 35 Minuten brachen über diese historische Partie Donner, Blitze und wolkenbruchartigen Regen herein. Überragender Akteur auf dem Rasen war Timo Konietzka, der alleine fünf Treffer erzielte. Schon in Minute sechs hatte der Bensheimer Schlussmann Adam Kaffenberger das 0:1 kassiert, ehe kurz darauf Gastspieler Stein vom SV Winterkasten Petar Radenkovic („Bin i Radi, bin i König“) zum 1:1 überwand.

1967 – Christian Müller ragt heraus: Anlässlich des 60-jährigen Bestehens traf eine verstärkte 07-Auswahl auf den Karlsruher SC und verlor 2:7. Überragender Akteur vor 2500 Zuschauern war Christian Müller, der das 0:1 erzielte. Dobath (2), Weidlandt (2), Nationalspieler Klaus Zaczyk und Cieslarczyk hießen die weiteren Torschützen des Bundesligisten. Für die Gastgeber trafen Engelbert Schneider zum 1:4 und Keinz zum 2:7.

1967 – Ehrentor durch Schneider:

Zum Winzerfest kam Regionalliga-Tabellenführer VfR Mannheim ins Weiherhausstadion und siegte 8:1. Die Tore erzielten Schmidt (4), Schäffler (2), Schult und Stadler, der Bensheimer Ehrentreffer gelang Schneider auf Vorarbeit von Retta. Unter den 2500 Zuschauern war Torhüter Hans Tilkowski, ein Vize-Weltmeister von 1966. rs

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