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Fußball SV Darmstadt 98 reicht ein Remis zum Klassenerhalt

Feier-Verbot bei den Lilien nach dem Abstiegs-Endspiel

Darmstadt.Der SV Darmstadt 98 hat es selbst in der Hand: Mit einem Sieg oder einem Unentschieden kann die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster am Sonntag im letzten Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten FC Erzgebirge Aue den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga perfekt machen. Nach dem 3:0 bei Jahn Regensburg stehen die „Lilien“ auf Rang 14 und damit erstmals seit rund einem halben Jahr über dem Strich. Doch es kann in so einer Situation auch noch alles schiefgehen, wie einige Akteure bereits erfahren haben.

„Das war erst ein kleiner Schritt Richtung Klassenerhalt“, sagte Kapitän Aytac Sulu nach dem Sieg in Regensburg. Und Trainer Dirk Schuster mahnte: „Noch haben wir nichts erreicht.“ Deswegen wird auch keine Feier für den zum Greifen nahen Klassenerhalt geplant. Schuster: „Eine Feier zu planen, halte ich für fatal. Wir wissen ja, wie doof es dann ist, wenn es schiefgeht. Es gibt striktes Feier-Planungsverbot.“

Der Hintergrund ist: Es gibt in der Historie des Vereins nicht nur das Wunder von Bielefeld, bei dem die Lilien 2014 mit einem 4:2-Auswärtssieg im Relegationsrückspiel für lange Gesichter bei Arminia Bielefeld sorgten. Ein Jahr zuvor waren Schuster, Sulu und der heutige Teammanager Michael Stegmayer auch schon Akteure an einem ganz bitteren Tag für die Darmstädter gewesen. Es war der 18. Mai 2013. Am letzten Spieltag brauchte Darmstadt einen Sieg für den Klassenerhalt in der 3. Liga. Gast beim Saisonfinale waren die Stuttgarter Kickers – jener Verein, bei dem Schuster im Herbst davor beurlaubt worden war. Trotz engagierter Leistung kamen die Lilien nicht über ein 1:1 hinaus. Das bedeutete den sportlichen Abstieg. Nur der Lizenzentzug für Kickers Offenbach stellte den Klassenverbleib dann doch noch nachträglich sicher – und ermöglichte in den folgenden Jahren den furiosen Durchmarsch bis in die Bundesliga.

Eine besondere Brisanz hat das Spiel gegen Aue für den mit zehn Saisontreffern erfolgreichsten Darmstädter Torschützen Tobias Kempe. Der spielte selbst von 2010 bis 2012 für den FC Erzgebirge, aktuell steht dort sein drei Jahre älterer Bruder Dennis unter Vertrag. Zum Bruderduell wird es am Sonntag aber nicht kommen: Dennis ist wegen einer Roten Karte gesperrt. „Es ist vielleicht besser so. Es geht ja schließlich um die Wurst“, sagte Tobias Kempe und fügte hinzu: „Es sollte wohl so sein, dass es einen von uns trifft.“ dpa

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