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Fußball Bundesliga führt ein Schattendasein / Heute Punktspielstart mit dem Schlager Hoffenheim gegen Wolfsburg

Frauen wollen zu den großen Clubs

Frankfurt.Die Frauenfußball-Bundesliga strebt weitere Kooperationen mit Männer-Erstligisten an. „Viele Clubs in Spanien, England und Frankreich praktizieren das bereits, und wenn die großen Clubs damit anfangen, werden die kleinen sicherlich auch nachziehen“, sagte Siggi Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt und Vorsitzender des neu geschaffenen Ausschusses der Frauen-Bundesliga beim DFB. Sein Verein spielt vom Sommer an unter dem Dach von Eintracht Frankfurt.

Die Frauen-Bundesliga startet am heutigen Freitagabend (19.15 Uhr, live auf Eurosport) mit dem Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten TSG 1899 Hoffenheim und Titelverteidiger VfL Wolfsburg ins Fußballjahr 2020. Nicht von ungefähr führen diese beiden Frauen-Teams von Männer-Bundesligisten zusammen dem FC Bayern München die Tabelle klar an.

Doch längst ziehen nicht alle deutschen Männer-Erstligisten mit. Derzeit sind nur sechs Clubs auch bei den Frauen erstklassig. Die reinen Frauenfußball-Vereine wissen, dass sie nicht mehr vorne mitspielen können, ohne vom Umfeld eines Profi-Bundesligisten zu profitieren. Beim Tabellenvierten SGS Essen sagte Trainer Markus Högner schon vor Saisonbeginn: „Wir haben jetzt den Peak erreicht, ich bin überzeugt, dass wir ein Ausbildungsverein bleiben werden.“

„Ich denke, dass es langfristig so kommen wird, dass noch deutlich mehr Profi-Vereine auch eine Frauen-Abteilung haben werden“, sagte Nationalspielerin Sara Däbritz von Paris Saint-Germain der Deutschen Presse-Agentur. „Ich fände das aus zwei Gründen gut. Zum einen könnten dadurch viele coole Paarungen entstehen wie Bayern gegen Dortmund oder sogar Derbys wie Schalke gegen Dortmund. Da würden sicher viele Zuschauer kommen. Zum anderen habe ich in Freiburg, München und Paris nun selbst in drei solcher Vereine gespielt und sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Hoffnung auf Signalwirkung

Das Beispiel Frankfurt soll Signalwirkung haben im Land des Frauen-Olympiasiegers, Dietrich sprach von einer „echten Aufbruchstimmung“. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sagte dieser Tage bei einer Veranstaltung in Wolfsburg: „Die großen Clubs werden auch bei den Frauen den Fußball der Zukunft prägen. Bevor wir aber über so etwas wie Equal Pay reden, müssen wir Equal Play schaffen. Dass auch Mädchen von Nachwuchsleistungszentren profitieren. Dass wir die gleichen Wege für alle schaffen.“

Däbritz sieht bei einem Männer-Club ein enormes Zuschauerpotenzial: „Die Ultras der Männer sind regelmäßig bei unseren Spielen dabei und machen richtig Stimmung. Zuletzt gegen Marseille haben wir vor 3500 Zuschauern gespielt und die Stimmung über 90 Minuten war großartig.“ In der Bundesliga liegt der Besucherschnitt bei knapp unter 1000 Fans. dpa

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