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Fußball Mit Aue gastiert Dirk Schuster morgen beim SV 98

Gerne zurück in Darmstadt

Archivartikel

Aue/Darmstadt.Ein sehr herzlicher Empfang am Böllenfalltor dürfte Dirk Schuster gewiss sein. Denn sein Name steht bei den Lilien immer noch für den sensationellen Durchmarsch von der Dritten in die Bundesliga. „Was wir damals alle zusammen mit Darmstadt erreicht haben, das war etwas Historisches für den Verein - und das werde ich immer in großartiger Erinnerung behalten“, sagt der Trainer vor der Rückkehr mit dem FC Erzgebirge Aue morgen Abend (18.30 Uhr) in der 2. Fußball-Bundesliga an seine ehemalige Wirkungsstätte.

Der 51-Jährige will deshalb auch gar nicht leugnen, dass es ein besonderes Spiel für ihn sein wird: „Ich freue mich riesig auf die Rückkehr und vor allem darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Aber klar ist auch: Während der 90 Minuten gibt es keine Sentimentalität. Da geht es mir nur um das Spiel.“

Vor allem Schusters Ehrgeiz und akribischer Arbeit war es zu verdanken, dass Darmstadt zwischen 2013 und 2015 den Weg aus dem Tabellenkeller der 3. Liga in die Bundesliga fand. „Uns hatte in der Zweitliga-Saison 2014/15 nach dem Aufstieg kaum einer für voll genommen. Wir hatten nur das Ziel, irgendwie in der Klasse zu bleiben“, erinnert sich Schuster. Es entwickelte sich jedoch eine Eigendynamik, die bis zum Saisonende anhielt. „Das hing damit zusammen, dass viele Mannschaften geschwächelt hatten. Es gab anhand der Punkte und Tore keinen schlechteren Aufsteiger in der Bundesligageschichte als uns damals.“

Durchmarsch in die Bundesliga

Nach dem überraschenden Klassenverbleib im ersten Jahr im Oberhaus wechselte Schuster 2016 zum FC Augsburg, um Ende 2017 wieder als Cheftrainer nach Darmstadt zurückzukehren. Er rettete den Verein vor dem Abstieg in die 3. Liga. Im Februar wurde Schuster bei den Hessen freigestellt. Ist da noch etwas hängen geblieben? „Nein, im Gegenteil! So doof es klingt, aber Trennungen gehören gewissermaßen zum Berufsrisiko“, meinte der Coach lachend.

Seit dem 26. August arbeitet der gebürtige Karl-Marx-Städter (heute Chemnitzer) in Aue. Und das bislang sehr erfolgreich. In den ersten sechs Spielen holte der FC Erzgebirge elf Punkte. Mit nun 18 Zählern liegen die Sachsen auf dem vierten Platz. Für Vereinspräsident Helge Leonhardt ist die Zwischenbilanz auch eine Folge der Trainerentscheidung: „Dirk Schuster bringt viel Erfahrung und Persönlichkeit mit. Er kann und wird die Mannschaft noch weiterentwickeln, da bin ich mir sicher.“

Schuster macht für den Höhenflug vor allem den Charakter der Spieler verantwortlich. „Die Mannschaft ist unheimlich willig und hat ein riesiges Herz.“ Doch an ein ähnliches Wunder wie mit Darmstadt denkt er nicht: „Wir wären nicht gut beraten, jetzt mit Träumereien anzufangen. Wir sollten demütig und bodenständig bleiben.“ lhe

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