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Frauenfußball Frauenfußball-Urgestein vor Zusammenschluss mit der Eintracht

Historische Saison für 1. FFC

Frankfurt.Die Fußball-Frauen des 1. FFC Frankfurt gehen zuversichtlich in ihre wohl letzte Bundesligasaison unter altem Namen. Der Ex-Meister bestreitet am morgigen Freitag (18.30 Uhr) das offizielle Eröffnungsspiel gegen den Erzrivalen Turbine Potsdam. Die Frauen-Bundesliga soll verstärkt im Fernsehen vertreten sein, das morgige Spiel wird live auf Eurosport übertragen.

„Wir haben die Mannschaft gezielt verstärkt. Wir wollen frischen und aggressiven Offensivfußball spielen“, sagte FFC-Trainer Niko Arnautis bei der Saisoneröffnungspressekonferenz des Vereins. Eine genaue Prognose zum Abschneiden des Vorjahresfünften wollte der 39-Jährige aber nicht abgeben.

Im 30. Jahr des Bestehens der Frauen-Bundesliga sind die Frankfurterinnen das einzige Team, das seit der Gründung 1990 stets dabei war. Erst als SG Praunheim, seit 1998 als 1. FFC Frankfurt. Unter diesem Namen werden die Hessinnen in dieser Spielzeit jedoch letztmals im Oberhaus antreten, denn zur kommenden Saison ist eine Eingliederung unter dem Dach des Männer-Bundesligisten Eintracht Frankfurt geplant. „Das ist ein genialer Weg, der damit eingeschlagen wird“, sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich.

Zunächst gilt der Fokus aber dieser Saison und dem Klassiker gegen Turbine Potsdam. Dabei wird Tanja Pawollek als neue Spielführerin auf dem Rasen fungieren. „Wir möchten uns in der oberen Tabellenregion wiederfinden“, nannte Pawollek ein Saisonziel.

Dabei setzen die Frankfurterinnen weiter auf eigene Talente und die Verpflichtung sowohl von Nachwuchshoffnungen sowie international erfahrenen Spielerinnen. Von den Neuzugängen verfügen die brasilianische WM-Teilnehmerin Letícia Santos (24 Jahre) und die österreichische Nationalspielerin Barbara Dunst (21) über Erstligaerfahrung, während die Schweizer Nationalspielerin Sandrine Mauron (22) und die österreichische Nationalspielerin Yvonne Weilharter (18) vor ihrem Debüt in Deutschland stehen.

Sjoeke Nüsken, eines der größten Talente in Deutschland, entschied sich trotz einiger anderer Angebote renommierter Clubs dazu, ihre ersten Bundesliga-Schritte beim FFC zu gehen. Die 18-Jährige spielte zuletzt mit einer Sondergenehmigung bei den männlichen A-Junioren von Westfalia Rhynern in der Landesliga.

Der FFC-Kader umfasst in der Saison 2019/20 23 Spielerinnen, darunter drei Torfrauen. Der Altersschnitt liegt bei knapp unter 22 Jahren, so dass der Verein auch in dieser Spielzeit eines der jüngsten Teams der Frauen-Bundesliga stellt.

Spiele in Eurosport und Sportschau

Sieben Wochen nach dem frühen WM-Aus der Nationalmannschaft in Frankreich startet die Frauen-Bundesliga mit großen Ambitionen und neuer TV-Präsenz in die Saison. Nach der Eröffnungspartie soll künftig ein Freitagsspiel um 19.15 Uhr bei Eurosport zu sehen sein, grundsätzlich liegen die Rechte bei Magenta Sport. Zudem verhandelt der DFB mit der ARD, damit in der Samstag-Sportschau nicht nur Spiele der Männer gezeigt werden.

FFC-Manager Siegfried Dietrich soll Vorsitzender des neuen DFB-Ausschusses für die Frauen-Bundesliga werden, wenn dieser beim Bundestag des Verbandes am 27. September eingeführt wird. Die Liga steht unter Zugzwang, zumal Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bessere Bedingungen für die Nationalspielerinnen fordert.

Der VfL Wolfsburg ist als Double-Gewinner der vergangenen drei Jahre in der Favoritenrolle, der FC Bayern München gilt wieder als größter Konkurrent. „Wir wollen am besten alle drei Titel gewinnen. Wäre schön, wenn wir das mal wieder in der Champions League schaffen“, sagte VfL- und Nationaltorhüterin Almuth Schult, die wegen ihrer Schulterverletzung zum Auftakt fehlt. dpa

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