Lokalsport Bergstraße

Hitzige Debatte

Der Klimawandel ist noch nicht endgültig in den Sportverbänden angekommen. Empfehlungen und „Kann“-Bestimmungen – wie jetzt beim Tennis beschlossen – ja, aber bitte keine verbindlichen Regelungen. Diese gibt es bei den Fußballern bislang nur für winterliche Bedingungen, wo zum Beispiel ein Verbandsfunktionär vorzeitige Spielausfälle wegen Unbespielbarkeit der Plätze bei eisigen Temperaturen vornehmen kann, was auch bei frostigen Kunstrasenplätzen ein Thema bleibt.

Während sich aber der Winter vor allem in unseren Gefilden wohl immer mehr zurückzieht, muss man sich gleichzeitig verstärkt auf extreme Bedingungen bei großer Hitze schon im Frühjahr/Frühsommer einstellen, wenn zum Beispiel die Fußballsaison im wahrsten Sinne des Wortes in ihre heiße Phase geht. Das Risiko, dass etwa ein Spieler auf einer Eis- oder Schneeplatte ausrutscht und sich womöglich schwer verletzt, wird im Fußball nicht eingegangen – aber gleichzeitig einem möglichen Hitzekollaps nicht rigoros genug vorgebeugt.

So wird sowohl im Tennis als auch beim Fußball den Vereinen die Gewalt des (vernünftigen) Handelns überlassen. Bei Hitzegraden von 35 Grad und darüber können/sollten die Spiele verlegt werden (beim Tennis möglichst auf einen anderen Termin), bei den Fußballern zum Beispiel in die Abendstunden, wo sich zwar die Sonneneinstrahlung abschwächt, aber die Hitze immer noch unerträglich staut.

Oder die einzelnen Klassenleiter sind gefragt – wie auch schon in der Hessenliga geschehen –, um Spieltage komplett zeitlich zu verschieben. Nur: An eine verbindliche Regelung in der Wettspiel-Ordnung können sie sich wie auch die betroffenen Vereine nicht berufen. So wird auf der Homepage des Hessischen Fußballverbandes von einem Mediziner unter anderem empfohlen, dass die Spieler viel trinken und die Schiedsrichter die Spiele für Trinkpausen unterbrechen sollen. Zudem sollen auch schattige Plätze für die Zuschauenden geschaffen werden.

Aber reicht das aus? Muss erst ein schlimmer Zwischenfall passieren, damit etwas geschieht? Den Verantwortlichen und Handelnden ist hier ein weitsichtiges Handeln zu wünschen – und ein entsprechendes Regelwerk, auf das sie sich berufen können. Der Klimawandel macht ein Umdenken einfach nötig.

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