Lokalsport Bergstraße

Tischtennis

Kein Kontaktsport, aber mit Risiko

Archivartikel

Bergstraße.Kein Anhauchen des Balles, kein Abwischen des Handschweißes auf dem Tisch, Reinigen von Spielball und Tischen – der Tischtennissport hat detaillierte Hygienevorschriften für den Spielbetrieb erlassen. Diese sind jetzt erst einmal hinfällig, der Spielbetrieb ruht. Jakob Machel (Bild), seit 1985 Bergsträßer Kreiswart, dazu Klassenleiter sowie Pokalspielleiter Bergstraße und im Bezirk Süd, nimmt Stellung zur aktuellen Situation.

Herr Machel, Tischtennis zählt nicht zu den Kontaktsportarten. Dennoch sind bereits vor der Saison-Unterbrechung zahlreiche Begegnungen ausgefallen. Warum?

Jakob Machel: Durch den Beschluss des Präsidiums vom 20. Oktober wurde den Vereinen und Mannschaften die Entscheidung überlassen, ob sie unter den bisherigen Umständen weiterspielen wollen. In der Woche danach wurden im Kreis Bergstraße 45 Prozent der 67 angesetzten Spiele auf unbestimmte Zeit verschoben. Tischtennis ist zwar keine Kontaktsportart, aber unter den Spielern befinden sich Risikopersonen.

Droht im Tischtennis eine längere Spielpause?

Machel: Bei der Video-Konferenz mit insgesamt 28 Teilnehmern – Präsidium, Vorstand, Bezirksportwarte und Kreiswarte – wurde einstimmig beschlossen, die Verbandsrunde bis zum 31. Dezember auszusetzen. Die ausgetragenen Spiele bleiben in der Wertung, die abgesagten Begegnungen werden notfalls bis Mitte Mai nachgeholt, wenn es die Situation erlaubt. Die Pokalspiele sollen, wenn möglich, ausgetragen werden. Hier spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Auch ist im Gespräch, die Spiele ohne Endrunde auszutragen.

Wie äußern sich die Bergsträßer Vereine? Gab es schon Stimmen, die einen Saisonabbruch befürworten?

Machel: Die Ansichten der Spieler geht erheblich auseinander. Die einen sind der Meinung, im Arbeitsleben ist das Risiko größer als im kleineren Rahmen zu trainieren oder ein Verbandsspiel auszutragen. Andere sind der Meinung, dass jeder für sich entscheiden soll, ob er sich der Gefahr der Ansteckung aussetzen möchte. Eine einheitliche Meinung wird man nicht finden können, jede Entscheidung, die getroffen wird, ist für manche nachvollziehbar, für die anderen nicht. Nur eines ist wichtig: Die Gesundheit aller sollte an erster Stelle stehen. Da muss auch der Sport seinen Anteil leisten und Abstriche machen. kar/ü

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