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Fußball SV Darmstadt 98 ist in der 2. Bundesliga auf einen Abstiegsplatz abgerutscht

Lilien-Krise im Herbst hat Tradition

Darmstadt.Immanuel Höhn kann in seiner vierten Saison beim SV Darmstadt 98 ein Lied davon singen: Wenn die Tage kürzer werden, geht es mit den Lilien bergab. Jeder Trainer, mit dem die Mannschaft seit Sommer 2016 in die Saison gestartet war, musste im Winter gehen. Auch in diesem Herbst kriselt es: Nach sieben sieglosen Spielen ist das Team von Coach Dimitrios Grammozis in der 2. Fußball-Bundesliga auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht.

Und doch ist dieses Jahr vieles anders, wie nicht nur Innenverteidiger Höhn betont. „Wir spielen im Moment sehr guten Fußball, arbeiten uns Chancen heraus, aber es fehlt die letzte Zielstrebigkeit und Entschlossenheit, die Tore zu machen und die Spiele für uns zu entscheiden“, sagt der 27-Jährige.

Im Heimspiel gegen den Karlsruher SC verbuchten die Lilien 23:9 Torschüsse, hatten mehr Ballbesitz und eine deutlich bessere Passquote. Doch sie kamen nicht über ein 1:1 hinaus. „Es tut wahnsinnig weh, weil es nicht an der Art und Weise liegt, wie wir auftreten, sondern weil einfach der letzte Funken fehlt“, sagt Höhn.

Grammozis macht den Unterschied

Das Auftreten war in den vergangenen Herbstkrisen anders. 2016 unter Norbert Meier verweigerte die Mannschaft dem knorrigen Coach am Ende die Gefolgschaft. Unter Torsten Frings waren die taktischen Mängel besonders in der Defensive zu schwerwiegend. Und unter Rückkehrer Dirk Schuster wirkten die Protagonisten am Ende schlicht rat- und hilflos.

Grammozis hat eine klare Handschrift: eine stabile Defensive und ein schnelles, auf Kombinationen aufbauendes Umschaltspiel. Das hat in der vergangenen Rückrunde gut funktioniert. „Es ist nicht so, dass wir in Spiele gehen und nicht wissen, wie wir uns Chancen herausarbeiten“, sagt Höhn. Und Dauer-Flügelflitzer Marcel Heller stellt klar: „Wir haben vor jedem Spiel einen sehr guten Plan. Aber wir haben leider auch noch einen Gegner, der verhindert, dass wir unseren Plan so durchbringen.“

Grammozis betont immer wieder, er sehe die Mannschaft auf einem guten Weg. Dass er für sein System auf den verdienten, aber eher langsamen Mittelfeldspieler Tobias Kempe verzichtet, ist nachvollziehbar – jedoch Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker, die mit jedem sieglosen Spiel lauter werden. Nicht förderlich für die Ruhe im Umfeld war zudem die 0:1-Niederlage im Testspiel gegen den FC Homburg am Dienstag – auch wenn gegen den Viertligisten überwiegend Reservisten zum Einsatz kamen.

Die Darmstädter brauchen in den nächsten Spielen dringend einen Sieg – am besten schon beim nächsten Auswärtsmatch beim FC St. Pauli (18. Oktober), auf jeden Fall aber am Wochenende darauf gegen Erzgebirge Aue. Das wird nämlich von Ex-Coach Schuster betreut – und wenn der an alter Wirkungsstätte gewinnen sollte, brennt bereits zwei Monate vor Weihnachten in Darmstadt der Baum. dpa

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