Lokalsport Bergstraße

Corona Was Vereine bei einer Sportpause beachten müssen

Maßnahmen zur Hygiene im Clubheim

Archivartikel

Bergstraße.Vermutlich in allen Sport-Vereinsheimen gibt es einen Wasseranschluss. Da der Sportbetrieb seit Wochen ruhte und trotz der Lockerungen – wenn überhaupt – nur langsam wieder anläuft, ist in den Gebäuden wenig bis nichts los, zumal auch Gastronomie-Betriebe geschlossen bleiben mussten. Doch dies birgt eine Gefahr: Werden Sportanlagen über einen längeren Zeitraum nicht genutzt, kann dies zur Vermehrung von Legionellen in Trinkwasser-Installationen führen.

Der Betreiber der Sportanlage ist dafür verantwortlich, dass dies nicht passiert. Darüber informiert der „Deutsche Verein der qualifizierten Sachverständigen für Trinkwasserhygiene“, der auch über die notwendigen Maßnahmen berät.

In den häufig weit verzweigten Rohrleitungssystemen von Sportstätten können sich Legionellen, Pseudomonaden und andere Bakterien gut vermehren. Deshalb unterliegen Duschanlagen in Sportanlagen der Trinkwasserhygieneverordnung und müssen jährlich auf Keimfreiheit kontrolliert werden. Wenn die Duschanlagen vorübergehend nicht oder nur sehr unregelmäßig genutzt werden, kann das zur Verkeimung der vorhandenen Trinkwasseranlagen mit Legionellen führen. Der Grund: Der bei der Planung der Trinkwasseranlagen zugrunde gelegte regelmäßige Austausch in den Wasserleitungen ist wegen der Betriebsunterbrechungen nicht mehr sichergestellt.

Wasser regelmäßig laufen lassen

Nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung ist der bestimmungsgemäße Betrieb jederzeit sicherzustellen. Das bedeutet, auch wenn sich keine Nutzer im Gebäude aufhalten, die Küche kalt bleibt oder im Betrieb kein oder nur wenig Wasser fließt, muss eine bestimmungsgemäße Nutzung simuliert werden. Das geschieht, indem die Entnahmestellen spätestens alle 72 Stunden mindestens bis Erreichen der Temperaturkonstanz genutzt beziehungsweise gespült werden, damit das in den Leitungen befindliche Trinkwasser ausgetauscht wird. Bei Betriebsunterbrechungen von mehr als drei Tagen sind vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen zu organisieren.

Wenn die Warmwasserbereitung abgestellt werden soll, muss diese sofort kalt ausgespült werden. Damit wird verhindert, dass sich die Warmwasserleitungen langsam auf den für Legionellen günstigen Temperaturbereich abkühlen. Bei Betriebsunterbrechungen ab vier Wochen sollten die Wasserversorgung generell abgesperrt und die Zirkulationspumpe abgeschaltet werden. Bei Wiederinbetriebnahme nach spätestens sieben Tagen genügt es, das Wasser mindestens fünf Minuten fließen zu lassen. Bei Wiederinbetriebnahme nach maximal vier Wochen ist ein vollständiger Wasseraustausch an allen Entnahmestellen durchzuführen. Sollte die Unterbrechung länger als einen Monat dauern, sind zusätzliche mikrobiologische Kontrolluntersuchungen nötig. ptt/ü

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