Lokalsport Bergstraße

Radsport Nach ihren DM-Triumphen fahren Meisen und Brandau auch beim internationalen Grand-Prix klare Rennsiege heraus

Meisterlicher Cross in Bensheim

Bensheim.Sie waren zwar dreckverspritzt, doch letztlich glänzten die deutschen Meistertrikots in den Hauptrennen beim Internationalen GGEW Radcross Grand Prix der SSG Bensheim. Sowohl Elisabeth Brandau als auch Marcel Meisen fuhren gestern Nachmittag klare Siege heraus, nachdem sie erst im Januar auf dem gleichen Kurs im und am Sportpark West zu Meisterehren gekommen waren. Diesmal setzten sie sich sogar gegen starke internationale Konkurrenz bestens in Szene.

Und Meisen wunderte sich, wie souverän er sich in der zweiten von acht Runden vom Feld absetzen konnte, „denn das war so nicht geplant gewesen, aber so konnte ich mein Tempo durchfahren, ohne etwa immer nach den Kurven antreten zu müssen“, war der 29-jährige Stolberger froh über seinen Soloritt, während der Belgier Adams mit starker Schlussrunde Zweiter wurde vor dem Franzosen Mourey.

Der Deutsche Meister sah sich verpflichtet, in Bensheim abermals ganz vorne mitzufahren, was seinem hartnäckigsten Widersacher im Januar, Sascha Weber, diesmal nicht gelang. Der 30-jährige Saarländer war direkt nach einem Trainingslager auf Mallorca an die Bergstraße angereist und aufgrund schwerer Beine konsterniert („Ich konnte mit keinem richtig mitfahren“). Dennoch reichte es als zweitbester Deutscher zu Rang sechs. Meisen sieht sich indes bereits sechs Wochen vor der Cross-DM in Kleinmachnow auf einem guten Weg zur Titelverteidigung. Nur die letzte Runde sei er aufgrund seines klaren Vorsprungs „kontrolliert gefahren, aber richtig abschalten konnte man bei diesen Streckenbedingungen nie“.

Ergiebiger Regen in der Nacht und bis in die Mittagsstunden hinein ließ den Kurs schlammig werden. Bedingungen, die viele Radcrosser lieben – und zum Beispiel gerade in der Hochburg Belgien die Fans an die Strecken locken. In Bensheim blieben die Zuschauermassen aufgrund des zunächst sehr nassen Wetters diesmal aus, wenn es auch bei den Hauptrennen nicht mehr regnete. Insgesamt kamen etwa 500 Besucher an den 2600 Meter langen und anspruchsvollen Kurs, auf den durch den Verzicht von Sascha Starker („Das sind nicht meine Bedingungen“) nur zwei statt der drei erwarteten Bensheimer Lokalmatadoren gingen.

Straßenradprofi Jan Dieteren vom LKT Team Brandenburg stieg ohne eine einzige Vorbereitungseinheit auf das Crossbike und zählte als 25. zur knappen Hälfte des Starterfeldes, das wegen Überrundung vorzeitig von der Strecke gehen musste. Für ihn war es eine Trainingseinheit.

Im Gegensatz zur DM ging auch Kristin Endres von der SSG diesmal ohne gezielte Trainingsvorbereitung in ihr Heim-Crossrennen und wurde Sechzehnte: „Mir fehlte auf dem aufgeweichten Boden einfach die Kraft, um mithalten zu können.“ Dafür waren bei Elisabeth Brandau „die Beine besser als gedacht und es lief von Runde zu Runde besser. Auch mit dem niedrigeren Reifendruck hatte ich eine gute Wahl getroffen.“ Sie hatte letztlich über eine Minute Vorsprung auf die Französin Morel Pettigirard und die Belgierin Verhestraeten. Die Darmstädterin Lisa Heckmann nahm ihren enttäuschenden elften Platz gelassen, „denn mir ist in der zweiten Runde die Sattelstütze gebrochen“, hatte sie die Begründung parat, warum sie früh ins Hintertreffen beim Kampf um einen Spitzenplatz geriet. hs

Info: Alle Ergebnisse auf radcross-bensheim.de

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel