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Bensheimer Sportlerwahl 13-jährige Degenfechterin Eva Steffens ist Deutsche Meisterin / Training im Stützpunkt Heidenheim

Mit der richtigen Taktik zum Titel

Archivartikel

Bensheim.Ein Degengefecht ist für Eva Steffens wie ein Spiel, erklärt sie. Ein Spiel, für das man eine Strategie benötigt, und bei dem man mit der nötigen Ruhe unterwegs sein muss. „Ich finde das ziemlich cool.“ Im vergangenen Jahr beherrschte die 13-jährige Bensheimerin dieses Spiel auf dem Parkett so gut wie keine andere Fechterin ihrer Altersklasse in Deutschland: Sie dominierte bei den Deutschen Meisterschaften die U13-Konkurrenz und sicherte sich den Titel ohne Niederlage.

Nervös ist Eva nur vor dem Wettkampf, sobald es losgeht auf der Fechtbahn, verfliegt ihre Anspannung. Sie blendet das Geschehen rund um die Planche aus und konzentriert sich auf ihre Taktik und Bewegungsabläufe. Ihre Übungsleiter bescheinigen ihr taktische Reife, wie sie berichtet. „Meine Trainer sagen, dass ich in diesem Bereich schon sehr weit bin.“

Seit rund zweieinhalb Jahren ist Eva Steffens als Degenfechterin am Start. Nachdem sie ihre ältere Schwester Emma, die die Sportart schon länger betreibt, während der Sommerferien zu einem Schnupper-Training bei der SSG Bensheim begleitet hatte, war sie direkt eingestiegen in die Angelegenheit. „Es hat mir sofort gefallen und Spaß gemacht.“ Neben dem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften stand sie 2019 auch auf hessischer Ebene ganz oben auf dem Treppchen.

Bei der Frage nach ihren sportlichen Traum muss Eva nicht lange überlegen. „Ich möchte zu den Olympischen Spielen“, sagt sie und fügt an: „Ich weiß, das ist ein sehr langer und schwerer Weg, aber das ist mein Ziel.“

Inzwischen schlägt die Schülerin des Bensheimer AKG trainingstechnisch an drei unterschiedlichen Standorten auf. Sie trainiert nach wie vor bei ihrem Heimatverein SSG Bensheim, übt und startet aber ebenso für den Fechtclub Mannheim. Der Mannheimer FC kooperiert mit dem Heidelberger Fechtverein, so dass Eva auch für die eine oder andere Einheit pro Woche dorthin muss. Die junge Sportlerin ist also ziemlich viel auf Achse während einer normalen Trainingswoche.

Den Fahrdienst zu den verschiedenen Sportstätten übernimmt ihr Vater Werner. „Dafür bin ihm sehr dankbar.“ Neben dem Vereinstraining stehen für Eva regelmäßig Lehrgänge mit dem sogenannten „Verbandskader Nachwuchs“ des Deutschen Fechter-Bundes an. In diesem Kreis werden die talentiertesten jungen Fechter berufen und entsprechend gefördert. Die Maßnahmen werden meist am Fechtzentrum im baden-württembergischen Heidenheim, das auch Bundesstützpunkt ist, durchgeführt.

In Heidenheim gibt es für die Nachwuchsfechter die Möglichkeit, dauerhaft ein Sportinternat zu besuchen. „Wir haben mal kurz darüber nachgedacht.“ Ernsthaft erwogen wurde der Wechsel nach Heidenheim allerdings nicht, erzählt Eva. Das Thema Sportinternat hat sich endgültig erledigt, seit sich Familie Steffens vor einigen Monaten einen jungen Hund angeschafft hat. Einen Umzug nach Heidenheim – weg von Familie und Hund – kann sich Eva nun noch weniger vorstellen. „Das geht jetzt gar nicht mehr“, sagt sie bestimmt. eh

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