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Sportlerwahl Der Lorscher Uwe Wahlig ist für die Segelfluggruppe Bensheim erfolgreich in den Lüften unterwegs / Erste „Erfolge“ mit Papierflieger

Mit Genuss im Cockpit zu EM-Bronze

Bensheim.Das erste Erfolgserlebnis als „Pilot“ hatte Uwe Wahlig schon in jungen Jahren: Zu Besuch bei seiner Oma schickte er als Kind aus einem geöffneten Fenster aus der ersten Etage des Hauses einen selbst gebastelten Papierflieger auf die Reise. Das Teil flog und flog, über das gesamte Grundstück bis weit in den Garten des Nachbarn hinein. Solch eine lange Strecke hat Wahlig trotz vieler weiterer Versuche mit einem Papierflieger nie mehr geschafft. „Der Rekord steht bis heute“, erzählt er schmunzelnd.

Vom Fliegen mit Papierschwalben und später Modellflugobjekten landete der Lorscher als Jugendlicher bei der Segelfluggruppe (SFG) Bensheim. Bei seinem ersten Segelflug-Wettbewerb in Gelnhausen im Mai 1990 erwischte er ideale Wetterbedingungen, flog eine 500-Kilometer-Schleife und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. „Das war ganz ordentlich“, blickt der 48-Jährige auf seine Premiere zurück.

In der Fachliteratur wird diese damalige, besondere Wetterlage rund um Gelnhausen heute als Jahrhundert-Segelflugwetter beschrieben, hat er recherchiert. Das Wetter ist für Uwe Wahlig einer der Aspekte, die für ihn die Faszination des Segelfliegens ausmachen. Trotz moderner Technik stimmen die Vorhersagen nicht immer mit den tatsächlichen Bedingungen überein. Wahlig findet es reizvoll, sich in der Luft immer wieder neu auf die veränderte Verhältnisse einstellen zu müssen und sich während des Fluges auf die Suche zu machen nach dem nächsten Aufwind. „Das ist einfach spannend.“

Geologie und Segelflug – das passt

Natürlich genießt er auch die spektakulären Aus- und Ansichten, die er aus dem Cockpit hat. Vor kurzem war er mit der frisch überholten Vereinsmaschine, für deren Wartung er als Werkstattleiter der SFG zuständig ist, in den späten Nachmittagsstunden Richtung Westen unterwegs. „In 2500 Metern Höhe einen Sonnenuntergang zu beobachten, hat schon etwas.“

Neben Sonnenuntergängen und Wolkenformationen erfreut sich Uwe Wahlig an den Landschaften, die er überquert. Und er kennt sich bestens aus mit dem Terrain, das er überfliegt. Seine Entscheidung, Geologie zu studieren, hing mit seiner Begeisterung für das Segelfliegen zusammen. „Ich dachte mir, es ist gar nicht schlecht, zu wissen, was man so überfliegt. Geologie und Segelflug passen gut zusammen“, erklärt Wahlig.

Im vergangenen Jahr lief es für den Segelflugsportler rund. Bei den Europameisterschaften im slowakischen Prievidza holte Wahlig in der Clubklasse mit seinem 15 Meter langen Flieger die Bronzemedaille. Mit dem deutschen Team gewann der Fluglehrer zudem den Nationenpreis der EM. Als aktueller Deutscher Vize-Meister hat Uwe Wahlig die Startberechtigung für die Segelflug-Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr in Frankreich stattfinden, bereits in der Tasche.

Die deutschen Tickets für die internationalen Meisterschaften wie EM und WM, die nur alle vier Jahre stattfinden, werden jeweils bei den nationalen Titelkämpfen vergeben. Meister und Vize-Meister dürfen bei der WM ran, der Dritte und Vierte bei der EM. Uwe Wahlig, der gemeinsam mit seinem älteren Bruder Rainer ein eigenes Segelflugzeug besitzt, qualifizierte sich durch seine Platzierungen bei den beiden letzten Deutschen Meisterschaften für die internationalen Segelflug-Championate. „Das ist nicht leicht, denn die Konkurrenz ist in Deutschland sehr groß.“ eh

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