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Fußball Corona-Fall beim Chemnitzer FC / DFB und SV Waldhof schlagen „Task Force“ vor

Nächster Dämpfer für Neustart in der 3. Liga

Archivartikel

Chemnitz/Mannheim.Von der Politik gibt es weiter kein grünes Licht, am vergangenen Freitag musste der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen anvisierten Termin für den Neustart in der 3. Fußball-Liga kippen – und seit gestern gibt es die ersten Quarantäne-Fälle wegen der Corona-Pandemie. Mit der zweiten Testreihe beim Chemnitzer FC vom Samstag wurde ein positiver Fall aufgedeckt. Der betreffende Spieler sei umgehend in eine 14-tägige häusliche Quarantäne gegangen, sagte ein Vereinssprecher. Zudem müssen zwei weitere Akteure, die zwar negativ getestet worden waren, aber in Kontakt zu dem positiven Spieler standen, in Quarantäne.

Nach Überprüfung und Einschätzung des örtlichen Gesundheitsamtes kann der CFC wie geplant an diesem Dienstag ins Mannschaftstraining einsteigen. Club-Verantwortliche werteten die Situation nicht als Rückschlag, sondern eher als Beweis für die Sinnhaftigkeit des Hygiene-Konzepts. „Wir sind dank der regelmäßigen Testungen sehr schnell in der Lage, die Betroffenen von der Mannschaft zu isolieren ... und uns somit weiter konzentriert auf die mögliche Fortsetzung der Saison vorzubereiten“, erklärte Sportdirektor Armin Causevic, der von einem Saisonabbruch nichts wissen will.

Dennoch geht die Debatte unvermindert weiter. „Wenn es nach dem DFB geht, hätten wir bis zum 30. Juni elf Liga- und möglicherweise noch zwei Landespokalspiele. Der Spielplan ist Wahnsinn“, sagte beispielsweise Kapitän Christian Beck vom 1. FC Magdeburg der „Magdeburger Volksstimme“ (Montag). Ganz anders sind die Vorstellungen in Bayern. „Die Spiele in der 1. und 2. Bundesliga haben gezeigt, dass das deckungsgleiche Konzept der DFL und des DFB sehr gut funktioniert“, teilte Sportchef Günther Gorenzel vom TSV 1860 München mit und bekam Unterstützung vom Ingolstadter Sportdirektor Michael Henke. Dieser sieht „überhaupt keinen Grund, dass die 3. Liga nicht spielen kann“.

Henke griff die Clubs an, die sich für einen Abbruch einsetzen. „Teilweise ist durchschaubar, was dahintersteckt. Das ist einem Sport nicht würdig.“ Davon dürfte sich auch der SV Waldhof Mannheim angesprochen fühlen, der von Beginn an für einen Abbruch der Spielzeit ist und sich vorwerfen lassen musste, kein Konzept für die Zeit danach zu haben.

Dem entgegnete der SVW nun mit der Initiative für eine „Task Force Zukunft 3. Liga“, an der Experten für Ethik, Wirtschaft, Politik, Sportrecht, Marketing sowie Fanvertreter mitarbeiten sollen. Mit Blick auf die Kosten habe sich laut Waldhofs Geschäftsführer Markus Kompp SVW-Präsident Bernd Beetz bereiterklärt, private Mittel einzubringen.

Zweite Testreihe in Mannheim

Am Montagnachmittag schlug auch der DFB eine ähnlich gelagerte Arbeitsgruppe vor, die beim DFB-Bundestag am 25. Mai beschlossen werden soll. „Die Task Force ’Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga’ war intern in den vergangenen Tagen thematisiert und vor einer Woche im DFB-Präsidium behandelt worden“, hieß es in er Mitteilung des Verbands. Neben Vertretern des DFB, der DFL, der Regional- und Landesverbände sowie der Vereine sollen der Expertengruppe Personen aus anderen Sportarten und Bereichen angehören. Wer bei diesem Thema wem die PR-Butter vom Brot genommen hat, bleibt offen, der SVW würde sich laut Geschäftsführer Kompp aber gerne einbringen.

Die Mannheimer haben am Montag die zweite Reihe der Corona-Tests absolviert, Ergebnisse lagen bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht vor. Erst wenn beide Testreihen ohne Befund sind, können die Blau-Schwarzen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. th/dpa

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