Lokalsport Bergstraße

Persönlich Eric Immel kämpft mit VfR Fehlheim um den Regionalliga-Klassenerhalt / Mit Ovtcharov in der Nationalmannschaft

Nur ein Schritt fehlte zum Tischtennis-Profi

Fehlheim.In ganz jungen Jahren kickte Eric Immel in Hähnlein mit Sebastian Rode in einer Mannschaft. Auch heute besteht noch Kontakt zum Profi von Borussia Dortmund, der sich in der Winterpause wohl eine neue sportliche Herausforderung suchen wird. Immel hätte nichts dagegen, wenn der 28-jährige Mittelfeldspieler Rode wieder bei seinem Lieblingsverein Eintracht Frankfurt anheuern würde. „Wobei es da auch nicht einfach wird. Die Jungs haben einen Lauf.“

Seine eigene Fußballkarriere endet für den Hähnleiner früh – bereits nach den E-Junioren. „Ich musste mich zwischen Tischtennis und Fußball entscheiden.“ Der Steuerfachangestellte wählte Schläger und kleinen weißen Ball und legte ein beachtliches Talent an den Tag.

Mittlerweile schlägt der 29-Jährige in seiner sechsten Saison für die Regionalliga-Mannschaft des VfR Fehlheim auf. Mit dem Team stieg er von der Hessenliga in die Oberliga und schließlich vor knapp zwei Jahren in die vierthöchste deutsche Spielklasse auf. Ein Riesenerfolg für den kleinen Club aus dem Bensheimer Westen.

Angefangen hat alles im Keller seines Elternhauses. Dort stand eine Platte, auf der Eric Immel mit seinem Vater trainierte. Im Alter von acht Jahren trat er in Hähnlein in den Tischtennisverein ein, machte schnell auf sich aufmerksam und ging in der Herrenmannschaft in der Bezirksoberliga an den Start. Mit zwölf folgte der Wechsel nach Weiterstadt in die Regionalliga, ein Jahr später gab er sein Debüt in der 2. Bundesliga im Dienst des TTC Heppenheim.

Weitere Stationen waren Langen, Hochheim und Mörlenbach, bevor es zum VfR ging. „Ein gut geführter Verein, mit einer guten Förderung gerade für junge Spieler. Das Umfeld stimmt und es sind kurze Wege von Hähnlein“, begründete er seine Entscheidung für Fehlheim.

Deutscher Meister im Doppel

Doch nicht nur bei den Herren sorgte er in jungen Jahren für Furore. Immel wurde als Schüler und Jugendspieler in die Nationalmannschaft berufen. Der größte Erfolg: ein dritter Platz bei der Team-EM in Budapest. Im Doppel holte er bei den Schülern außerdem einen Deutschen Meistertitel, im Einzel kam er auf Platz drei. Bei einem Ranglistenturnier der zwölf besten Nachwuchssportler spielte er sich auf den zweiten Rang vor.

Ein Teamkollege, aber auch Konkurrent damals: der frühere Weltranglistenerste Dimitrij Ovtcharov. „Gegen den habe ich nie gewinnen können. Das hat man damals schon gemerkt, dass es bei ihm mal ziemlich weit gehen wird“, so Immel. Er selbst stand ebenfalls zwischenzeitlich vor der Wahl, sein Hobby zum Beruf zu machen. „Aber das hätte nicht gereicht“, räumt er im Rückblick ein. Stattdessen absolvierte er eine Ausbildung, arbeitet heute in einer Steuerkanzlei in Darmstadt und verstärkt den VfR Fehlheim.

Für die Grün-Weißen läuft es in der aktuellen Spielzeit noch nicht ganz so rund. Momentan steht das Team auf einem Relegationsplatz. „Die Klasse ist stärker als im vergangenen Jahr. Wir wussten, dass es schwer wird. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“

Entscheidende Phase im Frühjahr

Das Auswärtsspiel am vergangenen Sonntag verlief aus Fehlheimer Sicht zwar enttäuschend, aber beim letzten Heimspiel in diesem Jahr am Sonntag (9.) um 15 Uhr in der AKG-Halle auf dem Schulcampus in Bensheim will man als Außenseiter gegen TTC Altena alles in die Waagschale werfen und hofft auf eine etwas größere Publikumskulisse zur Unterstützung.

Im neuen Jahr geht es gleich mit einem Doppelspieltag in Nordrhein-Westfalen weiter, bevor im Frühjahr die entscheidenden Wochen für das Team anstehen. Ob dann der bisher nicht einsatzfähige Spitzenspieler Saha Sourav aus Indien wieder an der Platte steht, wird sich zeigen. „Er wäre auf jeden Fall eine große Verstärkung“, betont Eric Immel, der mittlerweile auch als Beisitzer im Vorstand des VfR aktiv ist.

Jetzt geht es aber erst einmal darum, am Sonntag für eine Überraschung zu sorgen. Ausgeschlossen ist das nicht, es muss aber alles zusammenlaufen für die Regionalligaspieler, die wie bisher auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit und den guten Teamgeist bauen können.

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