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Serdar Dursun

ist bei Darmstadt 98 auf den Spuren von Stroh-Engel und Wagner

Zwei Tore erzielt, eines vorbereitet und in jedem Spiel in der Startelf - Serdar Dursun hat sich bei Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 schnell eingelebt. Kurz vor Saisonbeginn lotsten die Lilien den 1,90 Meter großen Stürmer ans Böllenfalltor. Richtig viel gerissen hatte der 26 Jahre alte Deutsch-Türke in seiner Karriere davor nicht. Doch er passt genau in das System von Trainer Dirk Schuster, verkörpert er doch den Typ „wuchtiger Wandstürmer“, der mit Dominik Stroh-Engel und Sandro Wagner in Darmstadt eine erfolgreiche Tradition hat.

Lob fürs System von Schuster

„Eine spezielle Bezeichnung meiner Rolle möchte ich gar nicht vornehmen, das sollen andere beurteilen“, sagt Dursun, räumt aber ein: „Das System vom Trainerteam gefällt mir echt gut.“ Die Mannschaft versuche, dem Gegner wenig Räume zu bieten und im Gegenzug die Lücken sofort auszunutzen. „Wir haben ballsichere Spieler in der Zentrale und schnelle Flügelspieler, die mich immer wieder einbinden, das kommt mir da vorne drin natürlich gelegen.“

Dursun ist in Hamburg geboren, lernte das Kicken auf der Straße. „Obwohl ich groß bin - ich bin Straßenfußballer, ich kann schon einige Tricks. Aber die Trainer mögen das nicht, wenn ich das so oft mache“, sagte er grinsend über seinen ersten Treffer gegen den SC Paderborn nach doppeltem Übersteiger.

Talentspäher von Hannover 96 hatten ihn in der Jugend entdeckt und 2008 in die niedersächsische Landeshauptstadt geholt. Doch für den Sprung zu den Profis reichte es nicht. 2011 wechselte Dursun in die Türkei zum damaligen Erstligisten Eskisehispor, kam dort aber - ähnlich wie bei den folgenden Stationen - kaum zum Zug. Erst in den zwei Jahren bei Drittligist Fatih Karagümrük spielte und traf er regelmäßig. 2016 kehrte er nach Deutschland zurück. Bei der SpVgg Greuther Fürth gelangen ihm in seiner ersten Saison zehn Ligatore. In der vergangenen Saison waren es nur noch drei.

Familiäre Stimmung

Nun also Darmstadt, wo er sich auch abseits des Platzes sehr wohlfühlt. „Im Verein geht es sehr familiär zu, ich mag die Stimmung hier“, sagt Dursun. „In der Kabine verstehen sich wirklich alle miteinander, das habe ich so in meiner Karriere bislang noch nicht erlebt.“ Auch der Trainer ist mit dem Neuzugang zufrieden. „Er stellt sich in jedem Spiel in den Dienst der Mannschaft, arbeitet auch defensiv sehr viel mit. Es freut mich, dass er sich für seine Leistungen bereits mit zwei Toren belohnen konnte, und ich hoffe, dass noch weitere hinzukommen werden“, sagt Schuster. Grundsätzlich müsse die gesamte Mannschaft jedoch in gewissen Situationen noch handlungsschneller werden.

Dursun sieht das ganz ähnlich. „In dieser starken, ausgeglichenen Liga werden Fehler sofort bestraft, das hat unsere Partie beim FC St. Pauli (0:2) gezeigt. Wir müssen im Grunde in jeder Situation hellwach sein, sonst werden wir ohne Punkte den Platz verlassen.“ Nun kommt der SV Sandhausen (Samstag, 13 Uhr), wo Dursun an die Leistung vom 1:0 in Heidenheim vor der Länderspielpause anknüpfen will. Ob er dabei wieder trifft, ist für ihn nebensächlich: „Ich versuche einfach, immer meinen Teil zum Teamerfolg beizusteuern und Gas zu geben.“ lhe/Bild: dpa

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