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Frauenhandball-Bundesliga Trainerin sieht ihr Team trotz der Niederlage in Bietigheim im Aufwind

Starke Abwehr ist der Trumpf der Flames

Archivartikel

Bietigheim/Bensheim.Es hat schon Seltenheitswert, dass die SG BBM Bietigheim in der Frauenhandball-Bundesliga in der heimischen Sporthalle am Viadukt einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen muss. Am Mittwochabend war dies zweimal der Fall, als der Außenseiter HSG Bensheim/Auerbach mit 3:1 (9.) und 10:8 (27.) führte. Eine ähnliche Überraschung wie am 27. Dezember 2017, als in der Weststadthalle am Ende ein 24:24 zu Buche stand, blieb den Flames dann aber doch versagt. Mit 26:21 (11:10) gewann der Deutsche Meister von 2017, der mit seinem exzellenten Spielerinnen-Reservoir und seiner spielerischen Dominanz nach einer weitgehende enttäuschenden ersten Halbzeit noch nachlegen konnte.

Für die Bensheimerinnen, die ihren Aufwärtstrend fortsetzen und erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen konnten, hat weiterhin der Ligaverbleib absolute Priorität. Wer deren aufopferungsvollen Fight gegen einen eigentlich übermächtigen Gegner gesehen hat, dem ist nicht bange, dass dieses Ziel auch erreicht werden kann.

Heike Ahlgrimm fand am selbstbewussten Auftreten ihrer Schützlinge vor 560 Zuschauern Gefallen. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Meine Mannschaft hat dem Favoriten das Leben ungemein schwergemacht und einen beherzten Auftritt hingelegt. Letztlich war dieser Gegner doch zu clever für uns. Man darf nicht vergessen, dass Bietigheim auf allen Positionen doppelt besetzt ist, das macht sich am Ende halt bemerkbar. In der letzten Viertelstunde hat bei uns auch die Kraft nachgelassen“, resümierte die Bensheimer Trainerin. 18:16 hieß es in Minute 45, als Carolin Schmele einen von drei Strafwürfen verwandelt hatte. Ganz entscheidend für das Nachlassen der Gäste war dann auch, dass Lisa Friedberger sich am Ellenbogen verletzt hatte und nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Das passte ins Bild, denn neben den Langzeitverletzten Vildana Halilovkic und Anja Hoekstra fehlte am Mittwoch auch noch die erkrankte Martha Logdanidou und Sarah van Gulik war wegen einer Erkältung nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. „Irgendwann wird es dann halt schwer. Ich bin jedenfalls megastolz auf meine Mädels, die sich weiter im Aufwind befinden. Wenn wir so weiterspielen, verschwende ich keinen Gedanken daran, dass wir den Klassenerhalt nicht schaffen werden“, hat Ahlgrimm nur selten einmal so viele positive Aspekte nach einer Niederlage ausmachen können.

Schwächen nur bei Siebenmetern

Dass das erste Tor erst nach fast fünf Minuten durch die starke Laura von der Heijden fiel, lag auch daran, dass in der Anfangsphase sowohl Julia Maidhof (2.) als auch Ex-Flames-Spielerin Kim Naidzinavicius (4.) einen Siebenmeter verwarfen. Dass drei weitere vergebene Strafwurfchancen durch Maidhof und Schmele hinzukamen, erinnert an die Saison 2017/18, als sich der damalige Aufsteiger aufgrund extrem vieler „Fahrkarten“ vom Punkt um manches bessere Resultat brachte.

„Wir haben in der ersten Halbzeit nur elf Gegentore bekommen“, freute sich Heike Ahlgrimm über die starke Leistung ihrer Defensivabteilung. Auch nach Wiederbeginn hielt der Außenseiter das Geschehen lange Zeit offen, verlangte dem Champions-League-Teilnehmer alles ab. Die Flames kamen zwar noch auf ein Tor heran, lagen aber dann 16:21 zurück, als Bogna Sobiech ihre zweite Zwei-Minuten-Strafe erhielt (50.). Da auch Carolin Schmele 46 Sekunden später wegen eines vermeintlichen Wechselfehlers eine Zwangspause erhielt, besiegelte die doppelte Unterzahl der tapferen Bensheimerinnen.

Spätestens nach dem vierten Treffer durch die Ex-Bensheimerin Antje Lauenroth zum 25:19 (57.) war die vierte Saison-Niederlage der HSG Bensheim/Auerbach und der Arbeitssieg der SG BBM Bietigheim perfekt. „Kompliment an mein Team, das eine tolle zweite Halbzeit gespielt hat. Der Gegner hat gut gespielt und es uns schwergemacht. Durch unsere Leistung in der zweiten Halbzeit haben wir letztendlich verdient gewonnen“, zollte deren Trainer Martin Albertsen beiden Teams ein dickes Lob.

Zu den besten Spielerinnen wurden nach der Partie die beiden Torhüterinnen Dinah Eckerle (SG BBM) und Jessica Kockler (HSG) gewählt. Julia Maidhof erhöhte mit ihren 6/3 Treffern ihre Quote auf nunmehr 39/15 und ist hinter Emily Bölk (Thüringer HC, 42/9) die neue Nummer zwei in der Bundesliga-Torschützinnenliste. rs

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