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2. Fußball-Bundesliga In Überzahl erneut Elfmeter verschossen

Statistik spricht für Lilien, die aber 0:3 verlieren

Archivartikel

Darmstadt.Mit einer kuriosen und letztlich unnötigen Niederlage beim SSV Jahn Regensburg hat sich der SV Darmstadt 98 wohl aus dem Rennen um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga verabschiedet. Beim 0:3 (0:1) am Samstag sprachen am Ende bis auf das Ergebnis alle Daten für die Lilien: deutlich mehr Torschüsse, mehr Ballbesitz, eine bessere Passquote, mehr gewonnene Zweikämpfe, außerdem eine halbe Stunde in Überzahl und dazu kam noch ein vergebener Foulelfmeter.

„So ein Spiel gibt es wahrscheinlich nur alle drei Jahre“, sagte Darmstadt-Coach Dimitrios Grammozis. „Wir hätten noch zehn Stunden weiterspielen können, aber wir hätten trotzdem kein Tor erzielt.“ Insgesamt habe seine Mannschaft zwar nicht schlecht gespielt, aber in den entscheidenden Situationen dem Gegner die Möglichkeit gegeben, Tore zu erzielen.

Bei der frühen Führung kam Regensburgs Verteidiger Marcel Correia (7. Minute) nach einem Eckball weitgehend unbedrängt zum Kopfball. Beim zweiten Treffer – ebenfalls nach einem Eckball – fiel dem ungedeckten Max Besuschkow (52.) der Ball auf den Fuß. Und bei seinem spontanen Direktschuss zum 3:0 profitierte Jann George (77.) von mehreren Fehlern in der Darmstädter Hintermannschaft.

Dabei hatte es besonders nach dem 0:2 so ausgesehen, als ob die Lilien noch einmal herankommen könnten. Nach der Gelb-Roten Karte für Regensburgs Erik Wekesser (57.) gab es wenige Minuten später einen Foulelfmeter. Doch Tobias Kempe – eigentlich ein sicherer Schütze – drosch den Ball über das Tor (66.). Im vorangegangenen Heimspiel gegen Fürth hatte Felix Platte einen Elfmeter an den Pfosten gesetzt.

Die Darmstädter rangieren nun sechs Zähler hinter dem Hamburger SV auf Platz drei. Sollte der HSV am Montag sein Heimspiel gegen Holstein Kiel gewinnen, sind es vier Spieltage vor Saisonschluss sogar neun Punkte Rückstand. „Es kann von uns nichts ad acta gelegt werden, was wir nie formuliert haben“, sagte Grammozis auf die Frage, ob sich mit der Niederlage der Aufstieg erledigt habe. „Wir haben nie gesagt, dass wir ein Aufstiegsfavorit sind.“

SV Wehen verteilt Geschenke

Manuel Schäffler brachte es deutlich auf den Punkt. „In der Summe war das viel zu wenig“, kommentierte „Cheffe“ das deprimierende 2:3 (2:2) des Vorletzten SV Wehen Wiesbaden gegen Schlusslicht Dynamo Dresden. Sein Trainer Rüdiger Rehm tat das, was ein Trainer in solchen Situationen tun muss, und streichelte die verwundeten Seelen. „Den Kopf werden wir nicht in den Sand stecken, wir werden nicht aufgeben, sondern halten immer zusammen“, betonte der 41-Jährige nach dem „katastrophalen“ Ergebnis.

Die vierte Niederlage im fünften Spiel nach der Corona-Pause lässt die Hessen vor dem schweren Gang am Samstag zu Holstein Kiel auf einem Abstiegsplatz verharren. Die Aufgaben danach gegen Nürnberg, in Darmstadt (A) und gegen St. Pauli sind auch keine Selbstläufer.

Das Eigentor von Innenverteidiger Dominik Franke (9.) zum 0:1 steckten die Wiesbadener weg und drehten die Partie durch Daniel Kofi Kyereh (24.) und Moritz Kuhn (26.). Zu mehr reichte es nicht, obwohl Wehen die klar bessere Mannschaft war. Patrick Schmidt bestrafte mit dem 2:2 (44.) die fehlende Konsequenz der Hessen ebenso wie Simon Makienok (89.) mit dem K.o.-Treffer. dpa

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