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Fußball Nach dem Aufstiegskrimi gibt es in der 2. Liga interessante Duelle / Urgestein Alf Mintzel verkündet sein Karriereende

SV Wehen Wiesbaden im Freudentaumel

Archivartikel

Wiesbaden.Nach einer Party bis sieben Uhr morgens und einer großen Sause im Rathaus verabschiedeten sich die glücklichen Zweitliga-Aufsteiger des SV Wehen Wiesbaden in die kurze Sommerpause. Beim offiziellen Empfang am Mittwoch hatten sich die meisten Spieler eine Sonnenbrille aufgesetzt, um die müden Augen nach einer langen Nacht zu verdecken. Oberbürgermeister Sven Gerich zeigte sich „bolle-stolz“ und sagte: „Wiesbaden kann sich auf tolle Gastvereine in der nächsten Saison freuen.“

Nach dem Empfang ging es für die Mannschaft auf den Rathausbalkon. Mit Sektdusche wurde zusammen vor mehreren hundert Fans der Aufstieg noch einmal zelebriert. Die Rückkehr in die 2. Liga nach zehn Jahren hebt den einstigen Dorfverein nicht nur sportlich auf ein höheres Level. Auch finanziell zahlt sich der Aufstieg aus. Allein die Einnahmen aus TV-Geldern verzehnfachen sich fast – von 800 000 Euro auf 7,3 Millionen Euro. Zudem dürfen die Hessen auf einen signifikanten Anstieg der Zuschauerzahlen hoffen, auch wenn die Brita Arena während der bis Ende 2020 geplanten Umbauphase nur knapp 9000 Fans fasst.

Hamburg, Nürnberg, Stuttgart oder Hannover statt Meppen, Zwickau und Unterhaching heißen ab Ende Juli die Gegner. Trainer Rüdiger Rehm war dies im Rausch des Erfolges noch „völlig egal“.

Nicht mehr dabei sein wird Urgestein Alf Mintzel, der am Donnerstag offiziell sein Karriereende verkündete. „Es hat ein wenig Überwindung gekostet, aber ich denke, es ist an der Zeit, mit diesem positiven Erlebnis den Cut zu machen und aufzuhören“, teilte der 37-Jährige mit.

Mintzel kam 2010 vom SV Sandhausen zu den Hessen, für die er 272 Drittligaspiele absolvierte und künftig das Marketing betreuen wird. Ein besonderer Dank des Familienvaters ging an die Fans: „Ich will es fast schon Liebe nennen, die ihr mir entgegengebracht habt. Das ist nicht alltäglich im Fußball und hat mich immer ergriffen und stolz gemacht.“ Einen großen personellen Umbruch soll es aber nicht geben, auch wenn mit Simon Brandstetter (zur U23 des FSV Mainz 05) bereits ein weiterer Abgang feststeht.

Trainer Rehm machte nach dem packenden 3:2-Krimisieg über den abgestiegenen FC Ingolstadt seinen Schützlingen ein großes Kompliment: „Wir sind ein geiler Verein, haben eine geile Mannschaft, die bereit gewesen wäre, auch nochmal ein Jahr durchzugehen.“ Neben dem SV Darmstadt 98 hat Hessen damit in der neuen Spielzeit wieder einen zweiten Zweitligisten, auch zur Freude der Politik. „Wir sind stolz auf das Team aus unserer Landeshauptstadt. Die Mannschaft von Rüdiger Rehm hat mit Kampfgeist und Leidenschaft aus dem Rückspiel gegen Ingolstadt ein Herzschlagfinale gemacht, das in die Vereinsgeschichte eingehen wird“, schrieb Ministerpräsident Volker Bouffier. dpa

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