Lokalsport Bergstraße

Verbände Hoffnung auf Lockerung im Dezember / Kreisjugendwart verweist auf Bedeutung des Sports / Spielbetrieb bis zum Jahresende ausgesetzt

Training für Fußballjugend soll wieder möglich sein

Archivartikel

Bergstraße.Für die Jugendsportler gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer, bald wieder das Training im Freien aufnehmen zu können. Gegenwind bekommt die Politik für ihren Teil-Lockdown von DFB-Präsident Fritz Keller sowie den Präsidenten der Regional- und Landesverbände. Sie alle haben sich nachdrücklich dafür ausgesprochen, bundesweit den Trainingsbetrieb im Amateursport wieder zuzulassen. Wie der DFB mitteilt, richte sich der Appell an die Politik und beziehe sich in erster Linie auf die Möglichkeit des organisierten Sporttreibens für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel.

Der Bergsträßer Fußball-Kreisjugendwart Tobias Kleiner ist zuversichtlich, dass im Dezember wieder unter den entsprechenden Vorgaben beim Nachwuchs trainiert werden kann. „Im November wird das noch nichts werden, denn die Politik will natürlich auch erst einmal die Zahlen abwarten“, meinte Kleiner und verweist auf andere Landesverbände, die schon Lockerungen vorgenommen haben.

Die DFB-Präsidentenkonferenz begrüßt die aktuellen Lösungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Das Landeskabinett in Mecklenburg-Vorpommern hatte entschieden, das von der Bund-Länder-Konferenz ausgesprochene Pauschalverbot von Freizeit- und Amateursport nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Vereinssport anzuwenden, sondern dort weiter Trainingsbetrieb zu erlauben. In Berlin gilt die Sonderregelung, dass Vereinssport für Kinder bis zwölf Jahren unter Auflagen gestattet ist.

DFB-Präsident Fritz Keller erklärt: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, für die Gesundheit, die Gesellschaft und nicht zuletzt für unsere Kinder. Nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen und Zahlen birgt die Ausübung von Freiluftsport – auch in Mannschaftssportarten – kaum ein Ansteckungsrisiko. Aktiver Sport stärkt verschiedene gesundheitsförderliche Aspekte, zudem hat er eine hohe gesellschaftliche und soziale Bedeutung – ohne in diesen schwierigen Zeiten für eine erhöhte Gefährdung zu sorgen. Vor diesem Hintergrund und in Verbindung mit den bewährten Hygienekonzepten ist es wichtig, vor allem Kindern und Jugendlichen schnell wieder die Möglichkeit zu bieten, ihren Bewegungsdrang gemeinsam im sportlichen Trainingsbetrieb auszuleben.“

Auch Tobias Kleiner verweist auf die Bedeutung des Sports – für die Gesundheit jedes einzelnen Kindes, aber auch für die Gesellschaft. „Wir begrüßen den Appell des DFB. Sport muss ja auch irgendwie in der Pandemie weitergehen“, sagte Kleiner, der als Lehrer an einer Grundschule in Biblis täglich sieht, wie wichtig Sport ist. „Wenn Kinder nur zu Hause sind und keine Rituale haben, und das Training ist nun einmal ein solches, dann brechen unter Umständen Systeme zusammen“, sagte Kleiner. Die Vereine müssten den Kontakt zu den Kindern halten, und das gehe auf Dauer nicht über Videokonferenzen, „das muss live erfolgen – im Training“, sagte der Kreisjugendwart.

Die Aussetzung des Spielbetriebs kann der Kreisjugendwart nachvollziehen. Es seien auch zuvor schon vereinzelt Bedenken, vor allem von Eltern geäußert wurden, die ihre Kinder nicht mehr zum Fußball schicken wollten. Doch Training sei im Gegensatz zum Rundenspiel etwas Freiwilliges in einem geschlossenen Rahmen, niemand werde gezwungen, daran teilzunehmen. beg

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