Lokalsport Bergstraße

Bensheimer Sportlerwahl Gronauerin Heike Dieteren ist erfolgreich im Triathlonsport unterwegs

„Vize“ reicht nicht für Hawaii

Bensheim.Als Ausdauersportlerin war Heike Dieteren lange Jahre vor allem auf dem Rennrad unterwegs, erst vor gut zehn Jahren wagte sie sich an die Kombination mit Schwimmen und Laufen – den Triathlon. Die Mühen haben sich gelohnt. Beim Ironman in Frankfurt wurde sie 2018 Vize-Europameisterin in ihrer Altersklasse W55.

Unter tropischen Bedingungen stieg die Wahl-Gronauerin Heike Dieteren als Erste ihrer Altersklasse nach 3,8 Kilometer Schwimmen aus den Langener Waldsee. Es folgten 185 Kilometer Radfahren durch die Hügellandschaft um Frankfurt mit 1500 Höhenmetern. Trotz einer fünfminütigen Zeitstrafe wegen angeblichen Windschattenfahrens baute sie ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aus, fuhr einen stolzen Schnitt von 30 km/h und fing als Erste der W55 mit dem abschließenden Marathon an.

Bis zum Hälfte der Strecke konnte sie ihren Vorsprung verteidigen, zollte dann aber den Anstrengungen auf dem Rad Tribut, musste viele Gehpausen einlegen. Am Ende wurde sie Zweite der Altersklasse W55 und somit Vize-Europameisterin. Im nächsten Jahr „steigt“ sie in die nächste Altersklasse W60 „auf“ und will dann den Versuch starten, die Qualifikation für die Weltmeisterschaften auf der Triathlon-Langdistanz beim Ironman Hawaii zu schaffen. Dafür muss Sie „nur“ ihre Altersklasse gewinnen.

Heike Dieteren, Jahrgang 1959, studierte in Mainz Sport und erlangte 1985 den Abschluss Diplomsportlehrerin. Als aktive Leichtathletin und Basketballspielerin des USC Mainz wechselte sie Ende 1980er Jahre zum Ausdauersport Radrennfahren.

Ihr Talent zeigte sie gleich beim ersten Radrennen ihres Lebens, das sie gewann. Zusammen mit ihrem Ehemann und Radrennfahrer Luc Dieteren nahm sie in den darauf folgenden Jahren an viele Radmarathons wie dem berühmten Ötztaler Radmarathon (220 km und 5500 Höhenmeter) teil. Die erste Ausgabe der Tour Trans Alp 2003 – in sieben Tagen als Teamwettbewerb mit dem Rennrad über die Alpen von Oberammergau zum Gardasee – beendete sie zusammen mit Ehemann Luc als „Die Schöne und das Biest“ auf Platz zehn in der Mixed-Wertung.

Eine schwere Krebserkrankung stellte die Sportlerin mit ausgeprägtem Kämpferherz im darauf folgenden Jahr vor die bislang größte Herausforderung ihres Lebens. Chemotherapie und Bestrahlungen folgten. Mit Ausdauer und großem Willen besiegte sie diese heimtückische Erkrankung. Heike fand über ihren geliebten Sport zurück zur vollen Gesundheit und Leistungsstärke.

Schon bald folgten erste Versuche bei Triathlons. Ein Höhepunkt war 2008 der Start bei den Weltmeisterschaften „70.3“ in Florida. Diese Halbdistanz lag ihr und so wurde sie 2010 in diesem Wettbewerb in Wiesbaden Europameisterschaften in ihrer Altersklasse. 2017 fasste sie zusammen mit ihrem Ehemann den Entschluss, an einen Ironman teilzunehmen. In Hamburg wurde sie bei ihrem ersten Ironman-Start gleich Vierte ihrer Altersklasse, danach gab es in Frankfurt noch eine Steigerung. red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel