Lorsch

Sportlerwahl Ute Hintze, Vizehessenmeisterin im Sportkegeln, nominiert als „Sportlerin des Jahres“

Auch die Enkel sind begeistert

Lorsch.Ute Hintze hat schon zahlreiche Siege als Sportkeglerin feiern können. Drei Mal wurde das Team Kriemhild, mit dem die Athletin in der ersten Bundesliga erfolgreich war, anschließend auch zur „Mannschaft des Jahres“ der Stadt Lorsch gekürt. Nun erlebt Hintze trotzdem eine Premiere. Erstmals ist sie von der Sportkommission der Stadt als Einzelsportlerin nominiert für den Titel als „Sportlerin des Jahres“.

Ute Hintze ist ein Paradebeispiel dafür, dass Leistungssport nicht nur etwas für junge Athleten ist. Im fortgeschrittenen Alter macht das Gewinnen und das Erkämpfen guter Platzierungen genauso Spaß. Seit 37 Jahren steht Hintze immer wieder mit Begeisterung auf der Kegelbahn. Größter Erfolg der 58-Jährigen im vorigen Jahr war der zweite Platz bei der Hessenmeisterschaft der Seniorinnen. „Drei Holz fehlten für die Deutsche Meisterschaft“, ärgert sich die ambitionierte Sportlerin rückblickend immer noch ein wenig wegen der verpassten Chance in Wiesbaden über 100 Wurf.

Zum Kegeln kam sie einst eher zufällig. Als junge Frau arbeitete sie als Serviererin im Kegelcenter, nach Feierabend wurde sie von den Sportkeglerinnen zum Mitspielen eingeladen, bald war ihr Interesse geweckt. Als ihre beiden Töchter klein waren, seien diese allerdings nicht sehr angetan gewesen vom Hobby ihrer Mutter, berichtet Hintze. Die vielen Aufenthalte im Kegelcenter fanden die Mädchen damals eher langweilig, die selbst Hand- und Fußball spielten, im Reit- und Judoverein aktiv waren. Inzwischen aber lieben alle das Sportkegeln. Die ganze Familie – einschließlich der Enkel – trainiert sehr gerne im Lorscher Kegelcenter.

„Unsern Sport kann man bis ins hohe Alter ausüben“, sagt Hintze. Manche ihrer Gegnerinnen sei mittlerweile 30 Jahre jünger. Dass Jugendlichkeit keine Gewinngarantie ist, weiß die Lorscherin allerdings aus eigener Erfahrung. Bei einem ihrer ersten Wettkämpfe hatte sie ihre deutlich ältere Konkurrentin aus jugendlicher Übermütigkeit völlig unterschätzt – und verloren. So eine „Hochnäsigkeit“, wie Hintze sagt, ist ihr später nicht mehr passiert.

„Ich kegle solange ich meinen Ansprüchen genüge“, erklärt Ute Hintze. Für die Lorscherin, die beruflich als Medienberaterin tätig ist, bedeutet das, dass sie auch künftig gerne mehr erreichen will als die Hessenmeisterschaft. Ein schlechter Wurf von ihr hat ihr zuletzt eine schlaflose Nacht beschert. „Ich kann dann nicht einfach von der Bahn gehen und sagen, das ist halt passiert.“ Beim letzten internationalen NBC-Pokal habe es dem Team leider an Nervenstärke gefehlt.

Neuner im vorletzten Wurf

Ein toller Neuner von ihr im vorletzten Wurf einer späteren Partie hat den Unmut über manchen Schnitzer immerhin lindern können. Die Kugeln rollen mit einem Tempo von bis zu 30 km/h über die Bahn.

Wie viele Kolleginnen aus der Liga hält sich Hintze nicht nur mit Sportkegeln fit, sondern auch mit Schwimmen, Walking oder im Fitnessstudio. In wenigen Tagen verbringt das Team, das von Matthias Ebert trainiert wird, gemeinsam eine Ski-Freizeit in Sölden in Österreich.

Von Verletzungen sei sie bislang glücklicherweise weitgehend verschont geblieben, freut sich Hintze. Sie und die Sportkegler wollen noch viele Erfolge feiern. Dazu sei es aber auch nötig, die Kegelbahnen in Lorsch auf Vordermann zu bringen, erinnert Hintze. Rund 90 000 Euro müssten dafür in die Hand genommen werden, hoffen die Sportler auf Unterstützung.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel