Lorsch

Wegzeichen Gedanken über den Traum vom Fliegen

Auch mal Federn lassen

Er fasziniert nicht nur, sondern er gehört zu den großen Wundern der Natur: der Flug der Vögel. Die gefiederten Freunde erheben sich mühelos in die Lüfte, schweben scheinbar schwerelos über allem, gleiten von einem Ort zum anderen oder stürzen sich im Steilflug auf ihre Beute.

Wer näher hinschaut, der merkt, es gibt unterschiedliche Arten des Fliegens. Dass Vögel fliegen, verdanken sie ausschließlich ihrem Gefieder. Es entstand im Laufe der Evolution und damit über viele tausende von Jahren hinweg. Die Federn dienen nicht ausschließlich der Flugfähigkeit, sie schützen auch vor Wasser und Kälte oder dienen zur Tarnung gegenüber von Feinden. Die Farben dienen der Erkennung und Kommunikation unter Gleichen.

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Federn. Jede einzelne hat ihre Funktion. Nur im ausgewogenen Zusammenspiel aller Federn ist der Flug möglich. Fehlen wichtige Federn oder sind sie nicht richtig entwickelt, dann scheitert der Flug oder er ist zumindest eingeschränkt. Sind es zu viele, behindert dies das Fortkommen. Federn, die ihre Funktion verloren haben, werden daher vom Vogel kurzerhand herausgezupft. Menschen, so die Redensarten, schmücken sich gerne mit Federn, manchmal auch mit fremden. Wer geschädigt wird oder Nachteile hinnehmen muss, von dem sagt man, er muss „Federn lassen“. So mancher droht dann abzustürzen. Es gibt Situationen, in den es klug ist, selbst Federn zu lassen – gerade dann, wenn sich Neues hervortut und das Alte ersetzt wird.

Ein zu schweres Federkleid behindert vor allem energiesparende Flugarten wie das Gleiten oder das Segeln. Und diese galanten und leichten Fortbewegungsarten der Vögel sind es, die wir eigentlich immer wieder bewundern und gerne nachahmen würden. Es macht keinen Sinn und ist äußerst anstrengend, immer wieder zu rudern und mit den Flügeln zu schlagen, um nach oben zu kommen.

Die Natur lehrt immer wieder, es braucht nicht immer mehr und damit unnötigen Ballast. Auch ständige Anstrengung trägt nicht dazu bei, irgendwann schwerelos gleiten zu können.

Vielmehr sind es das Wohlmaß und das richtige Zusammenspiel dessen, was gerade dran ist, um Wundersames erreichen und sich frei emporheben zu können.

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