Lorsch

Sportlerwahl Julia Herle ist Sportkeglerin in der ersten Bundesliga und holte Silber bei der DM

Der Nachwuchs ist auch im Maxi-Cosi gern gesehen

Archivartikel

Lorsch.Julia Herle ist eine ausgezeichnete Sportkeglerin – und das bereits über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Zwei Mal schon – 2008 und 2010 – wurde die Lorscherin wegen ihrer herausragenden Erfolge zur „Sportlerin des Jahres“ der Stadt gekürt. Damals hatte sie – unter ihrem Mädchennamen Julia Albert – gerade die Deutsche Meisterschaft der Juniorinnen gewonnen und war als Spitzen-Athletin international gefragt. Nominiert war sie etwa für die Mannschafts-WM der U23 in Kroatien.

Seitdem hat sich für Julia Herle zwar persönlich eine Menge verändert: Die Lorscherin ist mittlerweile verheiratet, wohnt in Bonsweiher und hat Familie. Die Begeisterung für ihren Sport aber hat sie nicht verloren – und die Lust auf Wettkampferfolge bei einem der führenden Sportkegelvereine in Deutschland ebenfalls nicht. Die junge Mutter von zwei Kindern gehört auch nach ihrer Babypause längst wieder zu den wichtigsten Leistungsträgerinnen der Lorscherinnen, die in der ersten Bundesliga spielen. Die einstige Mannschaft „Kriemhild“, die 2013 Deutscher Meister wurde, hat sich zwar seit zwei Jahren bekanntlich mit Bensheimerinnen zur neuen Spielgemeinschaft Lorsch-Bensheim zusammengeschlossen – aber auch im neuen Team ist Julia Herle ein unverzichtbar starkes Mitglied. „Auf Julia ist immer Verlass“, loben Mitspielerinnen. Der Bundesliga-Klassenerhalt ist wesentlich auch ihr Verdienst.

Zum dritten Mal nominiert für den Titel „Sportlerin des Jahres“ ist Herle, weil sie voriges Jahr im April Silber bei der Deutschen Meisterschaft 120 Wurf geholt hat. Im „schönen München“ hat die 32-Jährige Gold sogar nur um Haaresbreite verfehlt. „Mega knapp“, um fünf Holz, verpasste Herle, die zunächst in Führung gelegen hatte, den Meistertitel. Insgesamt handelte es sich beim Wettkampf in München schon um die sechste DM-Teilnahme der mehrfachen Hessenmeisterin Julia Herle, die zahlreiche Siege beziehungsweise vordere Plätze bei Hessen- und Bezirksmeisterschaften vorweisen kann. Mit ihrem vorherigen Club Liedolsheim feierte die Lorscherin unter anderem auch den Vize-Europapokalsieg. 652 Kegel sind ihre bisherige persönliche Bestleistung bei 120 Wurf.

In diesem Jahr wird sie nicht an den Einzelmeisterschaften teilnehmen. Die Termine fallen zeitgleich zu einem länger geplanten Urlaub. „Sehr schade“, bedauerte Herle. Dass ein bisschen Erholung aber auch nicht verkehrt sein kann, räumt die Athletin ein. Schließlich ist auch ihr Ehemann Michael Herle sportlich sehr aktiv. Auf der Kegelbahn steht er zwar nicht, aber er ist als Handballer aktiv, und zwar in der Bezirksoberliga. An Wochenenden mit Auswärtsspielen geben sich die Eheleute manchmal die Klinke in die Hand – und sind heilfroh über die Unterstützung der Großeltern. „Es ist vor allem eine Organisationssache“, sagt die gelernte Speditionskauffrau über den guten Zusammenhalt in ihrer sportbegeisterten Familie.

Bei vielen Sportkeglern sind die Kinder selbstverständlich mit dabei, wenn die Eltern trainieren oder Wettkämpfe absolvieren. Auch Julia Herle ist das Kegelcenter von Jugend an vertraut und für ihre fünfjährige Tochter und den zweijährigen Sohn ist das nicht viel anders. „Schon im Maxi-Cosi auf der Kegelbahn zu sein“, sei auch bei den Lorscher Sportkeglern nichts Außergewöhnliches. Nicht wenige der erfolgreichen Sportler in ihrer Disziplin sind durch ihre Eltern zum Kegeln gekommen.

Von den Lorscher Sportkeglern, bislang mit zwei Teams in der ersten Bundesliga präsent und mit DM- und WM-Titeln versehen, wird man auch in Zukunft hören. Die Männer müssen zwar gerade den Klassenverlust verkraften, die Frauen aber sind nicht abstiegsbedroht. Und von den bald fertigen neuen Kegelbahnen verspricht sich auch Julia Herle für Lorsch einen Schub nach vorne. Die Anlage erlaube Wettbewerbe auf höchstem Niveau. Die Lorscher arbeiten daran, sich als Austragungsort für internationale, Europa- und Weltpokal-Termine zu bewerben.

Nähen als Ausgleich

Als Ausgleich zum Hochleistungssport setzt sich Julia Herle gerne an die Nähmaschine. Kinderkleidung und Taschen fertigt sie dann. Bei der Sportlerehrung im vorigen Jahr hat sie auch auf dem Laufsteg eine gute Figur gemacht. Bei der Modenschau-Premiere in der Nibelungenhalle war die Keglerin, ebenso wie viele andere Athleten, als Model eingesprungen, um neue Sportkleidung zu präsentieren. Der Programmpunkt kam sehr gut an.

Mit der geplanten Neuauflage der Modenschau wird es nun aber erst mal nichts – denn den vorgesehenen Termin für die Großveranstaltung am 28. März hat die Stadt Lorsch wegen der Corona-Epidemie abgesagt.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel