Lorsch

Firmen-Jubiläum Augenoptikermeister Peter Quarck führt seit 20 Jahren sein Fachgeschäft in der Bahnhofstraße

Ein Laden voller Hingucker

Archivartikel

Lorsch.Gäbe es einen Wettbewerb um den schönsten Laden, PQ-Optik wäre sicher vorne mit dabei. In dem Geschäft in der Bahnhofstraße steht ein Hingucker neben dem anderen: Ein feuerrotes altes Karussell-Auto aus Nürnberg zieht ebenso die Blicke auf sich wie Möbelstücke aus einer Berliner Apotheke von anno dazumal und ein edler großer Spiegel aus Amsterdam, an der Decke rotieren große Ventilatoren wie in Kuba. Zwischen all den Schmuckstücken: Brillen, soweit das Auge reicht. Optikermeister Peter Quarck und sein Team feiern heute aber aus einem anderen Grund: PQ-Optik wird 20 Jahre alt.

„Mit Brillen verdiene ich mein Geld“, erinnert der gebürtige Frankfurter, dessen Mutter und Großmutter aus Lorsch stammen. Wer auf dem Markt, der von großen Häusern beherrscht wird, dauerhaft bestehen will, muss seinen Kunden Besonderes zu bieten haben. Quarck setzt auf erstklassige Ware, qualifizierte Beratung mit einem zehnköpfigen Mitarbeiter-Team und sein hochwertiges Ambiente als Mehrwert. Die Technik ist trotz Nostalgie-Einrichtung auf dem neuesten Stand. „Internetware versuche ich zu vermeiden“, sagt er. „Man muss individuell und authentisch sein.“

Das gelingt dem Geschäftsmann. Die Einzelstücke für sein Ladenmobiliar hat er über Jahre hinweg gesammelt. Sein Sinn für Ästhetik und guten Geschmack schlägt sich natürlich nicht nur in der Einrichtung nieder, sondern kommt den Kunden zugute, wenn sie bei ihm ihre Brillen auswählen oder auch Uhren und Schmuck erwerben. Wer meint, mit dem Kauf einer günstigen Lesehilfe aus dem Discounter könne er sich eine Brille dauerhaft ersparen, irrt sich. Langfristig könne das eine Schielstellung induzieren, warnt der Fachmann. Beim Optiker wird die Sehhilfe dagegen genau den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. Der Experte kennt sich mit Hornhaut-Verkrümmung aus, berücksichtigt den Augenabstand, misst alles genau aus und er hat unzählige passende Modelle zur Auswahl parat – für jede Gelegenheit, verschiedene Geldbeutel, aus diversen Materialien gefertigt. Besonders gefragt sind derzeit sogenannte pantoskopisch-gerundete Brillen-Formen.

Quarck liebt seinen Beruf. „Sehr abwechslungsreich“, sagt er: Technische Messungen, viele Gespräche mit Menschen und jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten. Er dekoriert alles selbst – und alle drei Monate um. Mehrfach wurde sein Laden bereits in Optiker-Zeitschriften als beispielhaft vorgestellt. Die Stühle im Laden, Möbel aus der Gründerzeit, hat er selbst mit Stoff bezogen. In seiner Freizeit engagiert sich der 53-Jährige auch ehrenamtlich, etwa bei Spendenaktionen. Brillen und Autorefraktometer hat er eigenhändig nach Kenia gebracht.

Manche Besucher sind schon hereinspaziert, weil sie den Laden mit der prächtigen Kaffeemaschine am Eingang für ein Café gehalten haben, sagt Quarck. Sie sind dann auf einen Kaffee geblieben und später, als sie eine Brille brauchten, an die Adresse zurückgekehrt. Als „Frequenzbringer“ hat Quarck auch die gelben Säcke schätzen gelernt, die man in Lorsch nicht nur im Stadthaus, sondern eben auch bei ihm mitnehmen kann. sch

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