Lorsch

Sankt Nazarius Barbara Rosnitschek und Peter Schumann gaben in Lorsch ein Frühlingskonzert

Ein Leckerbissen für Flötenfans

Archivartikel

Lorsch.Peter Schumanns langjährige Klassikreihe „Konzerte in Kirchen und Klöstern“ macht auch 2018 wieder in der Lorscher Kirche Sankt Nazarius Station. Unverzichtbarer Unterstützer der beliebten Gastspiele ist erneut der hiesige „Verein zur Förderung von Kunst und Kultur“, dessen Vorsitzender Ehrenbürgermeister Klaus Jäger beim ersten Konzert natürlich unter den zahlreichen Zuhörern weilte. „Maienlust“ hieß das aktuelle Programm, zu dem der ehemalige Heidelberger Heiliggeistkantor als Duopartnerin die Flötistin Barbara Rosnitschek mitgebracht hatte. Da passte nicht nur das von den Musikern und ihrem Publikum gemeinsam angestimmte Mozart-Lied „Komm, lieber Mai“ (KV 596) ganz vorzüglich. Für frühlingshafte Leichtigkeit war auch ansonsten mit klavier- oder orgelbegleiteten Flötenkompositionen sowie solistischen Flöten- und Orgelwerken bestens gesorgt.

Delikatessen

Besondere Delikatessen bescherte die kleine Auftakt-Hommage zum diesjährigen Debussy-Jubiläum (100. Todestag). Seine berühmten Klavierstücke „The little shepherd“ („Children’s corner“/ 1908), „Rêverie“ (1890) und „La fille aux cheveux de lin“ („Préludes“ Band 1/ 1910) kamen in den servierten Bearbeitungen für Flöte und Klavier verblüffend effektvoll daher. Noch suggestiver wirkte freilich die originale Solofantasie „Syrinx“ (griechisch „Panflöte“) von 1913, für die Rosnitschek treffsicher das wunderbar samtig-dunkle Timbre der Altquerflöte bevorzugte.

Wie gut Flöte und Orgel harmonieren können, offenbarte Händels höchst melodiöse e-moll-Sonate HWV 375 geradezu exemplarisch – leider das einzige Stück in dieser aparten Besetzung. Die Bach-Auswahl des Programms hatte neben zwei spielfreudigen Orgelminiaturen (C-Dur-Fuge BWV 531, Choral „Christ ist erstanden“ BWV 627) als herausragende Spezialitäten die beiden packend virtuosen Eingangssätze (Allemande, Courante) der sehr selten aufgeführten a-moll-Solopartita BWV 1013 zu bieten. Barbara Rosnitschek zeigte hier ihre ganze individuelle Gestaltungskunst.

Kabinettstücke

Originelle Kabinettstücke hielt auch das finale Konzertdrittel parat: zunächst die im ungewohnten Duogewand besonders vergnüglichen Dvorák-Humoresken opus 101/1 und 7 von 1894 (letztere ein echter Hit des Komponisten, namentlich in der Vokalversion „Eine kleine Frühlingsweise“), danach die temperamentvolle dritte Nummer aus Piazzollas Tango-Etüden für Soloflöte von 1987, vor allem aber die programmkrönend süffigen Stimmungsbilder „Pan et les oiseaux“ und „Pan et les bergers“ aus dem wahrhaft entdeckenswerten Sonatenjuwel „La flûte de Pan“ opus 15 (1904) des zwischen Spätromantik und Impressionismus pendelnden Pariser Debussy-Zeitgenossen Jules Mouquet (1867-1946).

Bachs populäre „Badinerie“ aus der h-moll-Suite BWV 1067 erklang nach großem Schlussbeifall als launige Zugabe auf der Piccoloflöte. Das diesjährige Sommerkonzert der Lorscher Reihe in Sankt Nazarius folgt am 15. Juli um 17 Uhr.

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