Lorsch

Experiment Lorscher Leseschwarm vermischt sich am Sonntag, 15. Oktober, mit einem Rathauskonzert zur Veranstaltung "Hör es klagt die Flöte wieder"

Etwas Lyrik und ein bisschen Musik

Lorsch.Im Herbst des Jahres, das sich schon wieder dem Ende zuneigt, treffen zwei beliebte Lorscher Veranstaltungsformate aufeinander: der Leseschwarm und das Rathauskonzert. Am Sonntag, 15. Oktober, heißt es um 18 Uhr im Paul-Schnitzer-Saal: "Hör es klagt die Flöte wieder". Und dabei tut sich Thomas Adelberger als Verantwortlicher für das Rathauskonzert mit der so bewährten wie beliebten Gruppe der Leseschwärmer zusammen. In der Unterzeile des Mottos heißt es schließlich: "Musikalische Gedichte und poetische Musik". Ein Experiment, dem beide Seiten enthusiastisch zustimmten und für dessen erfolgreichen Ausgang alle mit großem Spaß arbeiten.

Virtuosen verhohnepipelt

Worum geht es? Um Klaviere, Flöten und Geigen, um Gesänge und Melodien, um Töne und um Tänze, um Fugen und Sonaten, um Dur und um Moll. Um Gedichte, die Bach gewidmet sind (Rose Ausländer) oder um das Wesen Schumanns rätseln (Gottfried Benn). Um Verse, die einen Virtuosen verhohnepipeln (Wilhelm Busch) oder die das Zusammenspiel zweier Instrumentalisten als geradezu erotisch beschreiben (Hermann Hesse), um die Grenzen eines Grammophons (Christian Morgenstern) oder die eines Schwans (Heinz Erhardt).

Und die Musik, die zwischen der Lyrik erklingt? Die Stücke, die Thomas Adelberger wählte, sind "poetische, in Musik gesetzte Werke", so der beliebte Chorleiter, Sänger, Organist und Pianist. "Zum anderen sollen sie die gesprochenen Gedichte kommentieren: unterstützend, hinterfragend, kontrastierend - und auch Überleitungen zu den nächsten Versen bilden." Und Adelberger betont: "Keinesfalls ist es Hintergrundmusik, vielmehr sind es eigenständige, aussagekräftige Stücke." Damit kommt Klaviermusik von Brahms ebenso zu Gehör wie etwa von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Falco, Johannes Brahms, Eric Satie, Beethoven oder Georg Kreisler (mit Gesang). Ein mehr als spannendes, hoch abwechslungsreiches Programm, wie die Organisatoren selbst befinden. Am Ende soll es dem Publikum die Qual der Wahl lassen, was schöner ist: poetische Musik oder musikalische Gedichte. Oder vielleicht beides zusammen?

Allerdings gilt es dabei sowohl für die Literaten als auch für die Musiker, einige Veränderungen zu akzeptieren. Das Rathauskonzert wird erstmals nicht im Nibelungensaal stattfinden, sondern in den Paul-Schnitzer-Saal verlegt. Für das Publikum des Leseschwarms ändert sich der Veranstaltungstag: Statt mittwochs findet die Veranstaltung mit dem 15. Oktober entgegen der Regel an einem Sonntag um 18 Uhr statt. Und - anders als sonst beim Leseschwarm - kostet die Veranstaltung ausnahmsweise Eintritt. Der Preis folgt dem Rathauskonzert: 10 Euro. Dafür, so heißt es aus dem Stadthaus, ist aber der beliebte Imbiss mit Umtrunk in der Pause für alle frei. Serviert wird wieder etwas, das zum Thema passt. red

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