Lorsch

Sportlerwahl Luisa Froitzheim ist eine vielfach ausgezeichnete Judoka / Lorscherin erneut für den Titel „Sportlerin des Jahres“ vorgeschlagen

Im Zweikampf meistens die Siegerin

Archivartikel

Lorsch.Mit Hebel-, Würge-, Festhalte- und Schlagtechniken kennt sich Luisa Froitzheim bestens aus. Sie ist eine Meisterin der Kampfkunst. Die Judoka aus Lorsch, die mit dem Budo-Club Karlsruhe in der Bundesliga aktiv ist, hat schon zahlreiche besondere Erfolge erkämpft. Wegen ihrer Siege im Vorjahr – Platz eins mit ihrer Mannschaft in der zweiten Bundesliga und damit Aufstieg in die erste Liga – ist die 23-Jährige jetzt von der Sportkommission der Stadt Lorsch für die Wahl als „Sportlerin des Jahres“ nominiert.

Dass es sich bei Luisa Froitzheim um eine Sportlerin handelt, die schon über Jahre hinweg konstant sehr gute Leistungen erringt, beweist die Tatsache, dass sie nicht zum ersten Mal für den Titel in Lorsch vorgeschlagen ist. Die junge Athletin hat es bereits zum vierten Mal in den Kreis der Bewerberinnen geschafft. Einmal, 2014, hat sie die Wahl zudem schon gewonnen.

In Karlsruhe ist die Lorscherin nicht nur sportlich engagiert. Luisa Froitzheim studiert dort auch.

Die angehende Bauingenieurin, derzeit im siebten Semester, will in diesem Jahr ihren Bachelor-Abschluss machen. Die Verbindung zu ihrem Heimatverein, der Turnvereinigung Tvgg, hat die Sportlerin nie abreißen lassen. Wenn sie an freien Wochenenden oder in den Ferien ihre Eltern besucht, gehört immer auch ein längerer Abstecher ins Dojo im Ehlried dazu.

Trainerin und Vorbild

Froitzheim hilft auch gern, den Nachwuchs des Vereins zu trainieren, bei dem sie selbst einst Judo gelernt hat. Als Fünfjährige schon hat sie sich für die Sportart interessiert, damals hatte sie ihren sechs Jahre älteren Bruder Patrick oft zum Training begleitet. Das bloße Zuschauen war der kleinen Schwester aber bald zu langweilig.

Auf die Erfolge von Luisa sei der Verein sehr stolz, macht Ronald Elbert, Judo-Abteilungsleiter, deutlich. Neben Dieter Tings, der für die Lorscher Kampfsportler einst den Weltmeistertitel holte, sei die junge Schwarzgurtträgerin ein Vorbild und „Aushängeschild“ der Tvgg. Es wird ihr hoch angerechnet, dass sie auch als Bundesliga-Kämpferin immer wieder zu ihren sportlichen Wurzeln in Lorsch zurückkehrt.

Kurz vor Weihnachten hatte sich Luisa Froitzheim für die Prüfung für den zweiten Dan angemeldet – und bestanden. Die Bodentechniken, vor allem das Rutschen ohne Knieschoner, seien etwas „unangenehm“ gewesen, räumt die begeisterte Judoka ein, die vielmehr Gelenkigkeit als ihre größte sportliche Stärke sieht. Froitzheim, die auch bei den Närrischen Drei in der Garde tanzt, bringt ihre Judo-Partner gerne mit einem der vielen Hüft- und Beinwürfe aus dem Gleichgewicht.

Dass die Gegner meist mit lautem Knallen auf der Matte landen, ist kein dramatischer Effekt. Das richtige Fallen mit gerade gehaltenen Armen und kräftigem Abschlag der Hände auf der Matte verhindert Verletzungen. „Wer die Fallschule nicht beherrscht, kann kein Judo machen“, erklärt Luisa Froitzheim. Ellenbogen oder Schulter wären schnell in Mitleidenschaft gezogen.

Angst vor gelegentlich ein paar blauen Flecken sollten Sportler natürlich trotzdem nicht haben. Judo sei zwar ein vergleichsweise „harter Sport“, meint Mutter Gabriele Froitzheim, die mit der Sportart ihrer Kinder langjährig vertraut ist. Wer die Kampfkunst gut beherrscht, profitiere aber auch abseits des Dojos davon. Judo schult Schnelligkeit, Konzentration, Kondition und Koordination und es stärkt natürlich auch das Selbstbewusstsein, wenn man sich im Falle eines Falles zu verteidigen weiß.

Was will Luisa Froitzheim persönlich im Sportjahr 2019 erreichen? „Den Verbleib in der ersten Bundesliga schaffen“, nennt die Lorscherin als wichtigstes Ziel. Mit ihrer Hochschulmannschaft, mit der sie schon Wettbewerbe auf internationaler Ebene bestritten hat, hofft sie zudem auf weitere Erfolge.

Praktikum im Bauamt

In Lorsch wird die Sportlerin in den kommenden vier Wochen sehr viel öfter als üblich zu sehen sein. Denn die künftige Ingenieurin absolviert ein Praktikum in ihrer Heimat. Arbeiten wird Luisa Froitzheim ab heute im Bauamt der Stadtverwaltung Lorsch.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel