Lorsch

Abfallentsorgung Lorscher Stadtverwaltung fordert von Bürgern mehr Disziplin

Nur schön für Ratten: Müllberge

Lorsch.Die Stadtverwaltung bittet Bürger um mehr Disziplin bei der Müllentsorgung. Wie kann es sein, dass einerseits keine Trinkhalme aus Kunststoff mehr verkauft werden, wenn andere Müll – von der Plastiktüte bis zum Elektroschrott – einfach aufs Trottoir werfen und darauf setzen, dass irgendjemand kommt und den ganzen Mist wieder aufsammelt? Das fragen sich nicht nur die Mitarbeiter des städtischem Betriebshofs, die sich meist um die Beseitigung kümmern müssen.

Elf Container-Standorte

Auch Mitarbeiter des Ordnungsamts und Verwaltungschef Christian Schönung geraten ans Ende ihrer Geduld, heißt es in einer Mitteilung aus dem Stadthaus. Mit dem neuen Wertstoffhof des ZAKB und gestaffelten Öffnungszeiten, mit regelmäßigen und individuellen Terminen zur Müllabfuhr, mit elf Containerstandorten, die jederzeit zugänglich sind, sei eine „komfortable Struktur geschaffen, über die jeder seinen Müll umwelt- aber auch menschenfreundlich entsorgen kann“. Angesichts großer von Menschen angehäufter Mülllawinen sollte auch die Einsicht wachsen, dass die schier unkaputtbaren Hinterlassenschaften nicht länger zum Nulltarif entsorgt werden können. Das Zeitalter wilder Müllkippen sollte eigentlich Geschichte sein, meinen Umweltschützer.

Vieles wird daneben geworfen

Wer sich einige der Glas-, Kleider- oder auch die Elektrokleinteile-Container in Lorsch anschaut, kann aber daran zweifeln. Was bei dieser kostenlosen Entsorgungsmöglichkeit nicht durch den Schlitz passt, werde oft daneben geworfen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Dazu gesellten sich Hausmüll, Altkleider, Sperrmüll – alles, was man ohne Aufwand und ohne Kosten rasch loswerden will.

Ein Anblick, der Ratten und anderes Ungeziefer freut, Anwohner aber verständlicherweise ärgert. Von Müllvandalen werden die festgelegten Einwurfzeiten (werktags 7 bis 19 Uhr) und auch die Nachtruhe außer acht gelassen. Es gibt Stellen, die sich mittlerweile fast schon als illegale Mülldeponien etabliert haben.

Anliegen der Stadtverwaltung sei, es den Bürgern leicht zu machen, Müll legal und so komfortabel wie möglich loszuwerden. Dieser Komfort ende allerdings da, wo er zur Verantwortungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen und Umwelt wird.

„Ich bitte alle, sich im Sinne unserer Gemeinschaft so zu verhalten, wie man es sich vor der eigenen Haustüre wünscht und auf dieser Welt auch in 100 Jahren noch“, appelliert Bürgermeister Schönung an die Lorscher, Disziplin und Einsicht zu beweisen. red

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