Lorsch

Sportlerwahl Lorscher Jugendfeuerwehr als „Mannschaft des Jahres“ nominiert / Mehrfacher Hessenmeister und Vize-Hessenmeister

Sekundenschnell zum Löschangriff

Archivartikel

Lorsch.Für die Wahl der Sportler des Jahres hat die Sportkommission der Stadt Lorsch nicht nur Vertreter klassischer Disziplinen vorgeschlagen. Nominiert für den Titel ist unter anderem auch die Jugendfeuerwehr. Niemand wird schließlich bezweifeln können, dass es sich bei einer Truppe, die zum Beispiel in Sekundenschnelle einen Löschangriff aufbauen kann, um ein sehr sportliches Team handeln muss. Jede Menge Wettkampferfahrung und Erfolge haben die Lorscher Jungs ebenfalls vorzuweisen.

Meistens unter den Top Ten

Für die Teilnahme an den Hessenmeisterschaften etwa qualifiziert sich der Lorscher Nachwuchs durch hervorragende Platzierungen bei Kreismeisterschaften seit Jahren so gut wie immer – und er schafft es dann auch im landesweiten Vergleich sehr häufig, einen vorderen Rang zu belegen. „Meistens unter den Top Ten“, erinnert Benjamin Purkert. Größter Sieg war vor einigen Jahren die Gold-Medaille bei der Deutschen Meisterschaft. Purkert bildet gemeinsam mit Maximilian Jöst und Georg Heger das Trainerteam, das die jungen Feuerwehrleute fit macht.

Mit 37 Mitgliedern – dazu gehören auch drei Mädchen – zählt die Lorscher Jugendfeuerwehr zu den starken Gruppen. Nachwuchsmangel ist jedenfalls kein Thema. Die Wettbewerbsmannschaft, die im vorigen Jahr Vize-Hessenmeister geworden ist, bestand aus Christian Balzer, Jonas Beikert, Niklas Bergsträßer, Luis Gröger, Tim Gröger, Lucca Heger, Goran Gligoric, Leon Meyer, Nils Nolte, Tim Radmacher, Jamie-Oliver Schmidt und Jarno Volk. Sie haben sich die Silbermedaille in Hungen bei Gießen erkämpft.

Was ist das Erfolgsgeheimnis der Lorscher? Ein Rezept für einen sicheren Titelgewinn gibt es natürlich nicht. Wie bei wohl allen erfolgreichen Athleten sind Motivation und ein intensives Training Voraussetzung für sehr gute Leistungen. Teamgeist ist gleichfalls unverzichtbar. Drei Wochen vor großen Wettkämpfen wird das Training intensiviert. Statt einmal in der Woche wird dann jeden zweiten Tag geübt, berichtet Purkert. Schließlich soll jeder Handgriff sitzen und mit größtmöglichem Tempo erledigt werden können.

Die Lorscher Jugendfeuerwehr ist gut eingespielt, weiß der Trainer. Die Übungen sind bei den verschiedenen Meisterschaften immer gleich. Zu bewältigen sind zwei Teile. Zum einen muss ein Löschangriff aufgebaut werden, bei dem die Teams Schläuche vom Hydrant bis zum Strahlrohr legen müssen. Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupps müssen das in maximal sieben Minuten sicher auf die Reihe bekommen.

Zudem sind Staffelläufe über 400 Meter zu absolvieren, zu denen die Erledigungen feuerwehrtechnischer Aufgaben gehören. So sind an einer Station in Windeseile zum Beispiel Helm, Gürtel und Handschuhe anzuziehen, an einer anderen Station geht es um das Aufrollen eines Schlauchs und das Werfen eines Leinen-Beutels. Letzteres erfordert Genauigkeit und Kraft. Schließlich soll der Beutel acht Meter überwinden und in ein 1,20 Meter breites Ziel gelangen.

Die Zeitvorgabe beträgt 140 Sekunden, die Lorscher trainieren dafür, deutlich schneller fertig zu werden, ohne Punktabzüge zu riskieren. Eine Minute und 30 Sekunden strebt das Team an. „Bei der Staffelstab-Übergabe kann man wertvolle Sekunden rausholen“, weiß Purkert. Der 30-Jährige, der nach seiner Schulzeit am Starkenburg-Gymnasium Ingenieurwesen studierte und in Darmstadt als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt ist, weiß, wovon er redet. Er hat als Jugendlicher schließlich selbst einmal die Hessenmeisterschaft gewinnen können. Als Mitglied im Trainerteam – Ausbilder ist er seit 2006, Jugendwart seit 2013 – ist es ihm danach schon drei weitere Mal geglückt.

Viele Jugendfeuerwehrleute wollen später, so wie Purkert, in die Einsatzabteilung wechseln. Sich dort zu engagieren, ist allerdings kein Hobby wie jedes andere, machen die Trainer klar. Denn wer bei der Feuerwehr ist, kümmert sich vor allem um Hilfe für die Allgemeinheit.

Bald, im April, werden die Lorscher mit der Vorbereitung für die Kreismeisterschaft im Mai beginnen. Dafür kann auch der nahe Olympia-Sportplatz genutzt werden. Ziel ist natürlich die erneute Qualifikation für die Hessenmeisterschaft. Sie wird im September in Hünfelden ausgetragen.

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