Lorsch

Festtag Zum Ehrentag der ehemaligen Zeitungsausträgerin hatte ihr Ehemann im Bergsträßer Anzeiger eine liebevolle Glückwunschanzeige geschaltet

Überraschung zum 85. Geburtstag von Olga Tampe

Lorsch.Wenn man nach 62 Ehejahren vom Ehemann mit einer Geburtstagsanzeige in der Tageszeitung überrascht wird, die mit „Mein lieber Schatz“ beginnt, dann hat man wohl sein großes Glück gefunden.

Am vergangenen Montag wurde Olga Tampe von ihrem Mann Manfred mit so einer schönen Überraschung zum 85. Geburtstag beschenkt. In der Tassilostraße in Lorsch wohnt das Paar, das im Jahr der Eheschließung nach Lorsch zog. Geboren wurde Olga Tampe am 10. Februar 1935 in Rumänien. Als Spielball der großen Politik verloren sie und ihre Familie in nur wenigen Jahren zweimal die Heimat. Zunächst umgesiedelt nach Polen wurden sie im Jahre 1947 vertrieben und kamen 1947 nach Leipzig.

Nach der Schule fand sie eine Ausbildungsstelle bei der Bahn. Hier lernte sie den Beruf der Maschinenschlosserin und arbeite auch als Zugschaffnerin und später als Stellwerkmeisterin. In Leipzig lernte Olga Tampe, die damals noch ihren Mädchenmanen Gassner führte, ihre große Liebe und späteren Ehemann Manfred kennen. Man entschloss sich, in den Westen zu fliehen.

Zunächst kam Manfred Tampe im Jahre 1957 nach Lorsch. Wenn Olga Tampe erzählt, wie sie zunächst mit der Straßenbahn nach Westberlin fuhr, um dann den Nachtflug nach Frankfurt zu nehmen, dann klingt dies wie aus einem Agentenfilm. Das wahre Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Im Jahr 1958 wurde dann in der evangelischen Kirche in Lorsch der Bund fürs Leben geschlossen. Vor zwei Jahren konnte das Paar seine diamantene Hochzeit feiern. Bei der Firma Honeywell fand Olga Tampe eine Arbeitsstelle. Nach der Geburt der Kinder blieb sie zu Hause. Hier wurde sie Managerin eines Haushaltes mit drei Kindern. Als Zeitungsausträgerin mit einem großen Gebiet belieferte sie 30 Jahre lang in den Morgenstunden jeweils über 400 Leser des „Bergsträßer Anzeigers“. „Bei Schnee haben wir auf Schlitten die Zeitungen ausgeliefert“, erinnert sich Manfred Tampe, der nach der Pensionierung seiner Frau behilflich war.

Waren früher Handarbeiten ihr Hobby, so ist es heute der Nutzgarten, in dem alles angebaut wird, was gesund und lecker ist. Außerdem liebt sie Kreuzworträtsel, Sudoku und spielt zeitgemäß auch Spiele am Computer.

Die Familie ist mittlerweile um sieben Enkel und drei Urenkel angewachsen und der vierte Urenkel ist auf dem Weg.

Zum 85. Geburtstag gratulierte Bürgermeister Christian Schönung, der neben der Urkunde der Stadt Lorsch auch Klostertaler als Präsent dabei hatte.

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