Lorsch

Platzkonzert Die Brass Band Biblis legte in Lorsch einen glänzenden Auftritt hin / Ein Konzert am gestrigen Sonntag wurde hingegen wegen der großen Hitze abgesagt

Westernhagen-Hits im Brass-Band-Sound

Archivartikel

LORSCH.Seit vergangenem Jahr stehen sie wieder auf dem Programm der Platzkonzertreihe des Lorscher Heimat- und Kulturvereins in Lorsch. Und die Auftritte der Brass Band Biblis entpuppen sich als einer der heimlichen Höhepunkte der Freiluftkonzerte, die seit 24 Jahren von Anfang Mai bis in den September hinein in historischer Altstadtkulisse der ehemaligen Klosterstadt stattfinden. Bei gechillter Atmosphäre war das Platzkonzert dennoch nicht überlaufen.

„Die Altstadtkulisse hier in Lorsch ist sehr, sehr angenehm, voller Charme. Wir Musiker sind sehr nah dran bei unserem Publikum. Es wirkt so familiär“, sagt Dirigent Thomas Reis.

Es fegte eine prächtige Klangwelle durch die historische Innenstadt von Lorsch. Da entfaltete sich der unverwechselbare Brass-Sound. Die rund 50 Musiker legten einen glänzenden Auftritt hin mit außergewöhnlicher Wirkung auf ihr Publikum.

Der Auftakt zum zweistündigen Konzert war nach dem vorherigen Warm-Up der Instrumente pünktlich um 15.30 Uhr gesetzt. Wer erst um 16 Uhr kam, hatte schon ganz schön was verpasst. Doch auch für die Zuspätkommer gab es noch viel zu hören aus der musikalischen Wundertüte. Es herrschte einfach gute Laune. Musik auf Sparflamme kennen die Musiker der Brass Band Biblis nicht.

Die Palette reichte von Italo-Pop-Klassikern wie „Azzuro“, „Gloria“ und „Ti amo“ bis zu den Hits von Udo Jürgens – „Mit 66 Jahren“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Ein ehrenwertes Haus“. Das erste Feuer war entfacht. Titel wie „Freiheit“, „Es geht mir gut“ und „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ von Marius Müller-Westernhagen animierten nicht nur die Eis schleckenden Fans zum Mitsingen. In den hinteren Reihen wurde eifrig getanzt.

Der Monty-Python-Song „Always Look on the Bright Side of Life“ sorgte hingegen für Kontrast im Karussell der Klänge. Zuhörer und Musiker hatten sichtlich Spaß. Auch die beiden Solisten am Saxofon Lea Held („Soul Finger“) und Walter Fuck („Oye como va“) hinterließen einen starken Eindruck.

Nach „Sex Bomb“ und „Let Me Entertain You“ kamen musikalische Regentropfen und damit plätschernde Beats bei „Raindrops Keep Fallin’ on My Head“. Ein berauschendes „Stand By Me“ und der einfühlsame Song „The Lion Sleeps Tonight“ sorgten ebenfalls für ruhigeres Fahrwasser.

So mancher Johannisfestbesucher hatte zu dem üppigen Festprogramm auf dem Juxplatz auch das Platzkonzert am Sonntag auf dem Schirm und noch rechtzeitig einen guten Platz in den überfüllten Straßencafés ergattert. Auch auf dem Klosterhügel, dort wo es ansonsten eher leise und beschaulich zugeht, waren die befeuernden Töne der Instrumente deutlich zu hören.

Die Platzkonzertreihe sollte eigentlich am gestrigen Sonntag mit dem Auftritt der Stadtkapelle Bensheim fortgesetzt werden. Aufgrund der hohen Temperaturen wurde der Termin jedoch abgesagt. ted

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