Zwingenberg

Im Notfall Ehrenamtliche Retter der Ortsgruppe Zwingenberg organisieren während der B 3-Sperrung einen First-Responder-Dienst

50. Einsatz für „schnelle Helfer“ des DRK

Archivartikel

Zwingenberg.Auch während der Feiertage (Weihnachten und Silvester) ist die First-Responder-Einheit des DRK Zwingenberg in Bereitschaft und für medizinische Notfälle alarmierbar. Die Einsatzkräfte wurden am ersten Weihnachtsfeiertag zu einem internistischen Notfall am Marktplatz Zwingenberg gerufen. Das war der 50. Einsatz der Einheit, die seit rund 4,5 Monaten aktiv ist. Am Marktplatz wurde der Patient von den DRK-Helfern erstversorgt und an den danach eintreffenden Rettungswagen übergeben.

Am 9. August, dem Beginn der Sperrung der Bundesstraße in Zwingenberg wegen Bauarbeiten, wurde die First-Responder-Einheit gegründet. Grund waren unter anderem die längeren Anfahrtszeiten für die Fahrzeuge des hauptamtlichen Rettungsdienstes, da diese während der Sperrung Umfahrungen nutzen müssen.

Der Kreis Bergstraße, als Träger des Rettungsdienstes, kam deshalb auf die DRK-Ortsvereinigung zu und fragte die Bereitstellung eines First-Responders an.

Bei welchen Notfällen kamen die „Helfer vor Ort“ bisher zum Einsatz?

Bei den 50 Einsätzen für die Einheit konnte bei verschiedenen Notfälle den Betroffenen geholfen werden:

Internistische Notfälle machten die meisten Notfallbilder aus, zu denen die Einsatzkräfte geschickt wurden.

Am zweithäufigsten waren chirurgische Notfälle (beispielsweise ein Sturz vom Pferd oder vom Fahrrad)

Verkehrsunfälle

Patienten ohne Bewusstsein (bewusstlos)

Kindernotfälle

Zwei Kreislaufstillstände/Reanimationen

Zwei Notfälle mit Stichverletzungen

„Bei allen Patienten übernahmen wir die Erstversorgung und übergaben diesen an den Rettungsdienst oder den eintreffenden Notarzt. Leider konnte bei zwei Notfällen den Patienten nicht mehr geholfen werden“ schreibt DRK-Bereitschaftsleiter Udo Bächer in einer Pressemitteilung.

Was ist ein First-Responder und was sind dessen Aufgaben?

Der First-Responder (auch „Helfer-vor-Ort“ genannt) ist eine Ergänzung zum regulären Rettungsdienst und überbrückt die Zeit vom Notfallereignis bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder Notarztes – das sogenannte „therapiefreie Intervall“. Der First-Responder-Dienst ist rund um die Uhr von ehrenamtlichen Helfern der DRK-Ortsvereinigung Zwingenberg besetzt. Der diensthabende Helfer hat immer ein Einsatzfahrzeug mit der notwendigen Ausrüstung vor seiner Haustür stehen und kann so bei einem Alarm ohne großen Zeitverlust den Notfallort anfahren.

Welche Aufgaben hat der First-Responder-Dienst?

Die Einheit leistet qualifizierte Erste Hilfe, erkundet die Lage, gibt eine qualifizierte Meldung an die Rettungsleitstelle und weist die Rettungsmittel ein. Die Helfer überbrücken das hilfeleistungsfreie Intervall bis zum Eintreffen des Notarztes, unterstützen gegebenenfalls den Rettungsdienst und dokumentieren den Einsatz. Die First-Responder-Einheit Zwingenberg wird nicht bei jedem Einsatz alarmiert. Ob und wann alarmiert wird, entscheidet die Rettungsleitstelle Bergstraße bei der Annahme des Notrufs.

Wie lange dauert ein durchschnittlicher Einsatz?

Im Schnitt dauert ein Einsatz für den First-Responder eine gute Stunde – inklusive Nachbereitungen wie beispielsweise Säubern und Auffüllen der Notfallausrüstung. Dabei ist der Begriff „Ersthelfer“ nicht angebracht, da dieser jeden bezeichnet, der zufällig bei einem Unfall anwesend ist und Hilfe leistet.

Bekommt das DRK Zwingenberg für den Einsatz eine Vergütung?

Das DRK Zwingenberg versucht mit besten Kräften den First-Responder-Dienst bis zum Bauzeitende der B 3 (momentan bis April 2021 geplant) zu leisten, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Da dies allerdings einem Zeitraum von fast zwei Jahren entspricht, und der Dienst von den Helfern neben ihren normalen Berufen und in der Freizeit geleistet wird, kann es auch vorkommen, dass der First-Responder nicht rund um die Uhr aufrechterhalten werden kann. Für den First-Responder-Dienst oder auch bei den Einsätzen erhalten weder die Helfer noch die DRK-Ortsvereinigung eine Vergütung. Der Dienst wird freiwillig und unentgeltlich erbracht. Das Einsatzfahrzeug und die Notfallausrüstung stellt die DRK-Ortsvereinigung Zwingenberg kostenfrei.

Der Rettungswagen des Ortsvereins kann von der Leitstelle Bergstraße auch für den sogenannten Hintergrund-Rettungsdienst, falls zum Beispiel alle hauptamtlichen Rettungsdienstkräfte bei anderen Einsätzen gebunden sind, alarmiert werden. In solchen Fällen übernimmt das DRK Zwingenberg die Patientenversorgung und den Transport in ein Krankenhaus. red

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