Zwingenberg

Mariae Himmelfahrt In der katholischen Kirche wurden Brutmöglichkeiten für bedrohte Arten geschaffen / Nabu-Landesvorsitzender überreicht Plakette

Bald nisten Schleiereulen im Kirchturm

Archivartikel

Zwingenberg.Viele Vogelarten siedeln sich gerne in der Nähe des Menschen an und suchen dabei auch schon einmal das Kirchenasyl. Turmfalken, Dohlen, Fledermäuse oder Schleiereulen nutzen sehr gerne die Türme der Gotteshäuser als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen.

Immer weniger Brutplätze

Herkömmliche Brutmöglichkeiten wie Scheunen gehen zunehmend verloren. Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen überreichte jetzt der katholischen Kirchengemeinde Mariae Himmelfahrt in Zwingenberg eine Urkunde mit dem Titel „Lebendiger Kirchturm“ und bedankte sich namentlich bei Pfarrer Äneas Opitek für dessen Unterstützung.

Der Nabu will mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten werben. Kirchen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie an ihrer Kirche anbringen können.

Im Turm der Kirche an der Heidelberger Straße konnte im Zuge der Sanierung ein großer Nistkasten für ein Schleiereulenpaar fachmännisch eingebaut werden. Zugleich konnten im neu verfugten Mauerwerk des Kirchturms eine ganze Reihe von Brutmöglichkeiten insbesondere für Mauersegler eingelassen werden. Die ersten Nisthöhlen wurden bereits angenommen.

Früher zählten Schleiereulen zu den klassischen Bewohnern von Kirchtürmen. In geschützten Winkeln der hohen Türme ziehen sie ihre Jungen groß. Von den Brutstätten aus fliegen sie auf der Suche nach ihren Beutetieren allabendlich in die Nacht hinaus. Sie sind in der Regel auf der Suche nach Mäusen, die sie mit ihrem feinen Gehör selbst bei völliger Dunkelheit auf Wiesen und Feldern aufspüren.

Schnarchende Bettelrufe

„In den letzten Jahren sind die Eulen aus verschiedenen Gründen selten geworden, unter anderem auch durch den Mangel an Brutplätzen, da Gebäude vielfach wegen der Tauben vergittert worden sind“, erläuterte Eppler bei der Überreichung der Urkunde und einer Plakette im Rahmen des sonntäglichen Gemeindegottesdienstes. Im Zwingenberger Kirchturm können die Eulen künftig hinter den Schallläden in ihren Kasten einfliegen.

„Wenn Sie demnächst ein schnarchendes Geräusch vom Kirchturm hören, dann ist das ein gutes Zeichen. Dahinter steckt sicher nicht Pfarrer Opitek, es sind dann vielmehr die Bettelrufe der jungen Eulen“, so Eppler. Pfarrer Äneas Opitek wertet die Einbindung der Nistmöglichkeiten im Turm als Beitrag der Kirchengemeinde zur Erhaltung der Schöpfung.

Auch Fledermäuse willkommen

Die Gemeinde hofft, dass zukünftig auch Fledermäuse unter dem Kirchendach zuhause sind. Einflugsmöglichkeiten dafür wurden jedenfalls offen gehalten. mb

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