Zwingenberg

Eigeninitiative Der Zwingenberger Imker Hendrik Steinack hat in der Alsbacher Weinlage eine Bildungsoffensive gestartet

Bienenlehrpfad im Schöntal eingeweiht

Archivartikel

Zwingenberg.Die offizielle Eröffnung des Bienenlehrpfads, den der Zwingenberger Imker Hendrik Steinack zwischen Alsbach und Zwingenberg östlich des Weinlagenwegs im Schöntal eingerichtet hat, ist jetzt erfolgt. In Anwesenheit des Alsbacher Bürgermeisters Georg Rausch und seines Zwingenberger Amtskollegen Holger Habich sowie im Beisein von Peter Dengler, dem Vorsitzenden des Bienenzüchtervereins 1861 Bensheim und Umgebung, sowie von Martin Weyrauch, dem Vorsitzenden des Starkenburger Imkerkreises, wurde der offizielle Startschuss gegeben.

Aufklärung ist notwendig

Dengler zollte seinem Imkerkollegen Steinack dabei Lob und Respekt für den in Eigenleistung errichteten Bienenlehrpfad. Damit sei in der Region ein weiterer wichtiger Schritt getan worden, um die Bevölkerung über die Bedeutung der Bienen aufzuklären. Und Aufklärung tue nach wie vor not, so Dengler, der sich über die Unkenntnis vieler Zeitgenossen nur wundern kann: Häufig könnten die nicht einmal Bienen von Wespen unterscheiden.

Kein Wunder also, dass auch Imkerkollege Martin Weyrauch der Bildungsoffensive von Hendrik Steinack gutes Gelingen wünschte. Überdies warb er dafür, Imker zu werden. Worte des Dankes und der Anerkennung richtete der Alsbacher Rathauschef Georg Rausch an Hendrik Steinack. Erstmals begegnet sind sich Rausch und Steinack, weil der Imker Mitglied im Förderverein Lernort Natur an der Fasanenlache werden wollte, den Rausch als Vorsitzender leitet. Als Steinack Rausch dann von seinen Plänen für den Bienenlehrpfad berichtete, „da war es für mich eine Selbstverständlichkeit, das Projekt aus meiner Bürgermeisterschatulle finanziell zu unterstützen“. Rausch wollte in seinem kurzen Grußwort „nicht großartig aufs Thema Klimaschutz eingehen“, hoffte jedoch, dass der Bienenlehrpfad ein weiterer Anlass dafür ist, ins Nachdenken zu kommen.

Hendrik Steinack lud herzlich dazu ein, den Bienenlehrpfad „Tag und Nacht zu nutzen“. Von Frühjahr bis Herbst ist der Zugang zu der Bienenwiese, auf der die elf Informationstafeln stehen, geöffnet. Gerne stellt sich der Imker auch für interessierte Gruppen als sachkundiger Führer zur Verfügung. Danke sagte Steinack dem Zwingenberger Thomas Schöppner, der beim Bau des Bienenlehrpfads fleißig mit angepackt hat und sich zurzeit selbst als Imker ausbilden lässt. Hendrik Steinack ist seit 2012 Hobby-Imker. Bei der Einweihung seines Lehrpfades an Christi Himmelfahrt beziehungsweise dem Tag der offenen Tür ging es auf dem Areal beim wie in einem Bienenstock zu. Die Resonanz aus der Bevölkerung war gut.

Wichtige Rolle im Ökosystem

Der 300 Meter lange Bienenlehrpfad, der inmitten einer Bienen- und Insektenweide an Bienenstöcken vorbeiführt, soll auf die Bedeutung der Insekten für Mensch und Natur aufmerksam machen. Bienen haben eine bedeutende Rolle für die Natur. Das Leben der Bienen, die Aufzucht des Nachwuchses, die Imkerei und die Gewinnung von Honig und Honigprodukten sind Themen, über die die Schautafeln informieren.

Bienen spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Ein Großteil der Pflanzen, die wir Menschen zur Ernährung brau chen, werden von Bienen bestäubt. Sterben die Bienen aus, gibt es auch schon bald keine Fruchterträge mehr. Und verschwinden Pflanzen, verschwindet damit eine wichtige Lebensgrundlage für uns Menschen. Beim Thema Bienensterben verwies der Imker darauf, dass es weniger die Honigbiene als die Wildbiene betrifft. „Die haben leider keine Lobby“, sagte er. Im Gegensatz zur Honigbiene lebt die Wildbiene nicht in Stöcken und damit fällt ihr Sterben den Menschen weniger auf.

Die Idee zu einem Bienenlehrpfad entstand 2018. Unterstützt wurde Steinack durch eine finanzielle Zuwendung der Gemeinde Alsbach-Hähnlein sowie weitere Geld- und Sachspenden. Die Montage erfolgte in Eigenleistung. Zwischen April und Oktober soll der Bienenlehrpfad künftig geöffnet und für jeden zugänglich sein. Der Lehrpfad ist für Fußgänger gut erreichbar und ausgeschildert. Wer sich vorher bei Hendrik Steinack anmeldet, der bekommt gerne auch eine Führung und die Chance, in ein Bienenvolk hineinzuschauen.

Hendrik Steinack hält im Durchschnitt 15 Völker. Pro Volk sind das 10 000 bis 15 000 Bienen und im Sommer sogar deutlich mehr: Dann kommen durchaus auch 40 000 bis 60 000 Bienen pro Volk zusammen.

Im Gegensatz zu anderen Imkern fährt Hendrik Steinack seine Bienen nicht zu weit entfernten Standorten. Der Honig wird zu einem Großteil in einem Selbstbedienungs-Honigschrank vor der Haustür verkauft.

In Kooperation mit dem Imkerverein Bensheim gibt es auch die Möglichkeit Imker ein ganzes (Bienen-)Jahr lang zu begleiten. Das ist eine gute Gelegenheit, um den Umgang mit den Bienen zu lernen und einen tieferen Einblick in die Geheimnisse der Imkerei zu bekommen. Schrittweise kann man dabei viel lernen und auch eine Imkerpatenschaft übernehmen. Kontakt: www.imker-bensheim.de. cf

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