Zwingenberg

Wirtschaft Zwingenberger Forscher wollen das süßende Eiweiß Brazzein gemeinsam mit dem französischen Partner Roquette industriell produzieren

Brain entwickelte Süßstoff für Getränke-Herstellung

Zwingenberg.Die Forscher der Zwingenberger Brain AG und des Brain-Gruppen-Mitglieds Analyticon Discovery GmbH haben gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Roquette ein Verfahren entwickelt, um den Protein-Süßstoff Brazzein künftig in einem industriellen Maßstab produzieren zu können. Das süßende Eiweiß kommt in den Beeren der westafrikanischen Lianenpflanze „Pentadiplandra brazzeana Baillon“ vor und verfügt nach Unternehmensangaben „über ein außergewöhnliches Süßungspotenzial, bewahrt dabei aber dennoch das Geschmacksprofil sowie die Vorteile der Zuckerfreiheit“.

Brain und Roquette – ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet der pflanzlichen Inhaltsstoffe für Lebensmittel-, Ernährungs- und Gesundheitsmärkte – „räumen der Substanz sehr gute Absatzchancen ein, insbesondere in der Getränkeindustrie“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nachdem die Forschungs- und Entwicklungsphase zur Entwicklung von Brazzein erfolgreich abgeschlossen sei, haben die Partner eine vertragliche Vereinbarung für die Zulassung und die Produktion getroffen. Im Rahmen einer als „Joint Development Agreement“ (JDA) neu vereinbarten Partnerschaft wollen Roquette und Brain jetzt die Zulassung des Protein-Süßstoffs im Lebensmittel- und Getränke-Sektor vorantreiben.

Erstmals Kontakt miteinander hatten Brain und Roquette im Rahmen des Brain-eigenen Dolce-Programms – „dolce“ ist italienisch und bedeutet „süß“ –, dort entwickeln die Zwingenberger Forscher zusammen mit Kunden neue pflanzenbasierte Süßstoffe und Süßkraftverstärker.

Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die Entscheidung, den Protein-Süßstoff Brazzein durch Fermentieren weiterzuentwickeln.

Im Labormaßstab produziert

Zur Vorbereitung der nun anstehenden Produktionsphase hat Brain bereits einen „hochpotenten“ Mikroorganismus für die biotechnologische Produktion des Protein-Süßstoffs etabliert. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Generally Recognized As Safe“-Stamm. Die GRAS-Stämme eignen sich nach Angaben der Wissenschaftler gut für die Zulassung im Lebensmittel- und Getränkebereich: „Brain hat den Süßstoff bereits mit einer wirtschaftlich tragfähigen Ausbeute im Labormaßstab produzieren können.“

Roquette-Sprecher Sergio Neves betont: „Nachdem wir das Forschungs- und Entwicklungsprogramm ,Dolce’ beendet haben, wollen wir nun die Produktion hochfahren und gehen davon aus, dass wir den Protein-Süßstoff innerhalb der nächsten drei oder vier Jahre auf den Markt bringen werden. Mehrere Top-Unternehmen aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie haben bereits großes Interesse gezeigt und wollen uns bei dem Projekt unterstützen.“

Adriaan Moelker, Vorstandsvorsitzender der Brain AG, erklärt: „Wir freuen uns sehr über das positive Feedback von Roquette und diversen Konsumgüterherstellern. Der Süßstoff, den wir nun gemeinsam zulassen und produzieren, wurde insbesondere für die Getränkeindustrie entwickelt, die insgesamt ungefähr 70 Prozent des weltweit konsumierten Zuckers in ihren Produkten einsetzt. Dies verdeutlicht das Absatzpotenzial dieses neuartigen Süßstoffs. Im schnell wachsenden Markt der Protein-Süßstoffe, in dem es gilt Geschmacksprofil und Nährwert parallel zu verbessern, erwarten wir, dass unser neues Produkt die steigende Verbrauchernachfrage in hohem Maße bedienen wird.“ red

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