Zwingenberg

Forum Heiligenberg Diskussionsrunde zu EU-Austritt von Großbritannien

Brexit: Viele Fragen ungelöst

Archivartikel

Jugenheim.Zum zweiten Jahrestag des britischen EU Referendums hatte das Forum Heiligenberg zu einem weiteren Brexit-„Tee im Schloss“ geladen, bei dem die Gäste Gründe und Perspektiven lebhaft diskutierten. „Nach dem Schlusspfiff 2019 wird es mit dem Brexit in die Verlängerung gehen“, so Christian Bluth, Megatrend-Forscher von der Bertelsmann-Stiftung. Die aktuelle Fußball-WM ließ ihn zu diesem Sprachbild greifen. Zu viele Fragen seien weiterhin ungelöst.

„Auch wir werden verlieren“

Der britische EU-Austritt gestalte sich zwar nicht zu einer „never ending Story“. Er werde aber zu einem Verlustgeschäft sowohl für Großbritannien wie für die EU. „Auch wir werden verlieren“. Ohne Übergangsfristen bei den Regeln für die Teilnahme am Binnenmarkt und die Zollunion werden die Briten keinen geordneten Austritt schaffen. Diese Meinung teilte auch der Journalist und Moderator Lars Hennemann.

Wie riesenhaft die Umstellung für die Briten sei, verdeutlichte Bluth an einer Zahl: Über 700 EU-Regeln und Gesetze seien parlamentarisch in nationales britisches Recht zu überführen. „Mehr als zwei pro Tag“. Wie das zu schaffen sei, stehe ebenso in den Sternen wie eine Lösung der Frage, wie zur Rettung des Friedensabkommens eine neuerliche Binnengrenze zwischen Irland und Nordirland vermieden werden könne.

Mit ihrem jüngsten „Tee im Schloss“ hat sich das Forum Heiligenberg erneut zu einer Arena eines offenen Austausches von Bürgern der Region zu aktuellen Fragen des Zusammenlebens der Völker in Europa bestätigt. Nach einer Sommerpause will sich das Heiligenberger Forum angesichts des Migrationsdrucks in einer Veranstaltung im Spätherbst dem Verhältnis Europa/Afrika widmen. red

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